In einem umkämpften Vier-Satz-Match beendet Juan Martin del Potro sensationell die Grand Slam-Saison von Roger Federer.

Wieder der Turm aus Tandil!

Roger Federer muss sich Juan Martin Del Potro im Viertelfinale der US Open geschlagen geben und unterliegt dem Argentinier in vier Sätzen nach knapp drei Stunden mit 5:7 6:3 6:7 4:6. New York muss somit weiterhin auf die erste Begegnung zwischen Federer und Nadal warten –  der Spanier ist außerdem weiterhin garantiert die Nummer 1 der Weltrangliste.

Del Potro stielt den ersten Satz

Im ersten Durchgang waren der Schweizer und der Argentinier lange auf Augenhöhe, auch wenn die Partie nicht wirklich hochklassig begann. Sowohl Federer als auch Del Potro leisteten sich zahlreiche unerzwungene Fehler. Richtige Highlights waren nicht wirklich Standardware. Bis zum Stand von 5:5 gab es weder für den Weltranglisten-3. noch für den US Open-Sieger von 2009 irgendeine Breakchance, doch plötzlich wackelte Federer für eine Millisekunde und Del Potro schlug sofort Kapital. Der Argentinier machte das Break und sicherte sich im anschließenden Spiel bei seinem ersten Satzball mit einem Service-Winner den ersten Durchgang mit 7:5.


Federer rollt beim eigenen Aufschlag

Ein ähnliches Bild ergab sich auch im zweiten Satz. Breakchancen waren rar gesät, doch bei der ersten, die sich Roger Federer beim Aufschlag del Potros beim Stand von 2:1 erspielte, war der Schweizer sofort zur Stelle und sicherte sich den zweiten Satz im Anschluss ohne größere Schwierigkeiten.

Federer schraubte seine erste Aufschlagquote spürbar nach oben, verlor in den letzten vier eigenen Aufschlagspielen gerade einmal fünf Punkte und musste nur zu Beginn des Satzes über Einstand gehen. Nach 75 Minuten gelang dem Schweizer mit einem 6:3 der Satzausgleich.

Federer vergibt vier Satzbälle

Der dritte Durchgang gestaltete sich im Vergleich schon um ein Vielfaches abwechlungsreicher. Sowohl Federer als auch Del Potro hatten ihre Breakmöglichkeiten, konnten jeweils eine nutzen. Aber am Ende musste der Tie-Break über den dritten Satz entscheiden und sorgte auch für eine Vorentscheidung in der gesamten Partie.

Im Tie-Break konnte sich Federer mehrere Male einen Vorsprung erspielen, erst zum 2:0, dann zum 4:2, konnte aber beide Vorteile nicht verwalten. Der Schweizer machte nach einer von Del Potro verschlagenen Vorhand erneut das Mini-Break und hatte nach einem weiteren Vorhand-Fehlers des Argentiniers zwei Satzbälle – den ersten wehrte del Potro mit einem Return auf die Linie ab, danach kam ein Service-Winner vom Argentinier. Del Potro holte zum 6:6 auf, gab Federer aber mit einem Doppelfehler den dritten Satzball. Auch den vierten ließ der Schweizer liegen – der Argentinier verwandelte hingegen seinen ersten und zog mit 7:5 3:6 7:6(8) davon.

Fehler häufen sich beim Schweizer

Im vierten Durchgang war es erneut der Argentinier, der das Tempo anzog und sich das entscheidende Break holte. Vor allem am Netz machte der Schweizer teilweise arge Fehler, sowohl bei Schmetterbällen als auch Vorhand-Volleys.

Den letzten setzte Federer fast an den Zaun und sorgte damit dafür, dass del Potro nach zwei Stunden und 52 Minuten seinen ersten Matchball hatte, den er mit einem Vorhand-Winner vollendete. 7:5 3:6 7:6(8) 6:4 lautete der Endstand.

Juan Martin Del Potro

 

 

Das Traum-Halbfinale ist geplatzt, aber Juan Martin del Potro macht sich drauf und dran, wieder einen Lauf hinzulegen, der dem von 2009 ähnelt.

„Kann es kaum glauben“

„Ich denke, ich habe mein bestes Match des Turniers gespielt und alles stark gemacht. Ich habe so gut aufgeschlagen, meine Vorhand durchgezogen. Wir haben ein tolles Match gespielt und ich glaube, am Ende habe ich verdient gewonnen.“, sagte Del Potro direkt im Anschluss an das Match gegen Federer.

„Ihr macht mich wirklich glücklich und das jedes Mal, wenn ich hier spielt. Ich liebe es, eure Unterstützung zu sehen“.

Für den Argentinier ist dies das erste Halbfinale bei einem Major seit mehreren Jahren und weiteren Problemen mit seinem Handgelenk. „Ich kann es kaum glauben, dass ich nach meinen ganzen Verletzungen wieder in eine Grand Slam Halbfinale stehe.“

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