Alexander Zverev kommt mit zwei Turniersiegen in Folge im Gepäck nach Cincinnati. Setzt er seinen Lauf fort?

Wenn Alexander Zverev heute Abend mit seinem Zweitrunden-Match gegen Frances Tiafoe in die Einzelkonkurrenz des Masters-Turniers von Cincinnati startet, muss er eigentlich vor Selbstvertrauen nur so strotzen.

Beste Karrierephase

Der junge Deutsche befindet sich in der besten Phase seiner bisherigen Karriere. Er hat bei seinen zwei Turniersiegen am Stück in Washington und Montreal mal eben zehn Siege in Folge eingesammelt. Nicht viel spricht dagegen, dass  Zverev gegen Tiafoe, den er 2017 schon zweimal deutlich geschlagen hat, ein elftes Erfolgserlebnis am Stück anhängen wird. Damit bliebe er in seiner Zusammenarbeit mit Juan-Carlos Ferrero weiterhin ungeschlagen. Zverev selbst macht für seinen Leistungssprung vor allen Dingen seine durch harte Athletik-Einheiten geförderte körperliche Entwicklung verantwortlich. Er wirkte in den letzten Turnieren aber auch mental gereift, in kritischen Situationen weniger mit sich selbst und der Welt hadernd und konzentrierter.



Vieles spricht für Zverev

Auch für den weiteren Turnierverlauf stehen die Chancen von der Papierform her also nicht schlecht. Zumal die momentane Stärke Zverevs von ungewöhnlich vielen Unpässlichkeiten und Formtiefen der Konkurrenz begleitet wird. Ein größerer Teil der Topspieler ist in Cincinnati verletzungsbedingt erst gar nicht an den Start gegangen, mit Berdych, Tsonga, Sock, Bautista Agut und Goffin haben sich an den Vortagen zudem schon diverse andere Gesetzte im ersten Match aus dem Turnier verabschiedet.

Alexander Zverev

 
 

Gefahr lauert gerade im ersten Match

Freie Bahn also für den dritten Turniersieg in Folge? Nun, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Einerseits sind immer noch namhafte Akteure, an der Spitze die vor Zverev gesetzten Nadal und Thiem, im Feld vertreten. Und andererseits hat sich erst gerade in Montreal gezeigt, dass auch der große Aufsteiger der Saison 2017 durchaus mal Schwierigkeiten haben kann, sich bei einen neuen Turnier an die neuen Umstände und Bedingungen anzupassen: Im Spiel gegen Richard Gasquet hat im dritten Satz bei Matchball gegen Zverev nicht viel gefehlt, um sich ganz frühzeitig aus dem Turnier zu verabschieden. In Cincinnati trifft er heute im ersten Match auf einen jungen und talentierten amerikanischen Gegner, der wenig zu verlieren hat. Und bei entsprechendem Spielverlauf auch die Emotionen beim Publikum wecken kann. Komplett gefahrlos ist das nicht.

Die US Open im Blick

Zudem muss Zverev in Zusammenarbeit mit seinem Team auch immer das große Ganze, in diesem Fall die US Open, im Auge haben.  Bei aller Spielfreude und neu gewonnener körperlicher Stärke: Der Deutsche sollte auf keinen Fall zu viele Kräfte schon vor dem letzten Grand-Slam des Jahres aufbrauchen. Warnendes Beispiel ist hier die mit den Siegen in München und beim 1000er-Turnier in Rom eigentlich prächtig gelaufene Sandplatz-Saison, die dann in eine ernüchternde Erstrunden-Niederlage bei den French Open mündete. Wer allerdings verfolgt, wie akribisch und konsequent das „Team Zverev“ an allen Stellschrauben dreht, um den maximalen Erfolg heraus zu holen, wird wenig Bedenken haben, dass dort dieselben Fehler zweimal gemacht werden.

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