Er kann auch knapp. Nach vielen glatten Erfolgen musste Alexander Zverev sich gestern gegen Kyle Edmund durchbeißen. Gegen Goffin könnte es ähnlich werden.

Nachdem in den letzten Wochen etliche Matches am Stück wie gemalt für den Deutschen verlaufen waren, musste er in seiner Achtelfinalpartie von Rom gegen den Briten Kyle Edmund erstmals wieder mit Rückschlägen innerhalb eines Matches fertig werden. Erst gab er, als er zweimal scheinbar sicheren Satzgewinnen entgegen strebte, kurz vor der Ziellinie seinen Vorsprung wieder her und kassierte Rebreaks. Und im finalen Tiebreak des zweiten Satzes gelang es ihm dann erst im achten Nachfassen und unter Abwehr eines Satzballs, das Match endgültig einzutüten.

Kyle Edmund als stark verbesserter Gegner

Als Grund für diese fast schon ungewohnten Komplikationen machte Zverev im Anschluss vor allen Dingen das starke Spiel seines Gegners aus. „Ich denke, dass Kyle sich in den letzten 18 Monaten stark verbessert hat“, gab er in der Pressekonferenz zu Protokoll. Dabei beeindruckt ihn nicht nur die Vorhand der Nummer 19 der Rangliste, die er als eine der besten der Welt einstuft. Vor allen Dingen die Verbesserungen auf der Rückhandseite machen für Zverev den entscheidenden Unterschied aus. „Früher war das ein wackliger Schlag“, so Zverev. „Mittlerweile verschlägt er sie kaum und spielt sich aggressiv die Linie herunter. Das ist der Schlag, den er dramatisch verbessert hat.“

Die Siegesserie gibt Zverev Selbstvertrauen

Warum es dann trotzdem noch in zwei Sätzen gegen die erstarkte britische Nummer eins reichte? „In solchen Momenten muss man einen Weg finden, das Match irgendwie durch zu bekommen“, sagte Zverev und gab zu, nicht durchgängig sein bestes Tennis abgeliefert zu haben. Das aus den vielen Siegen der letzten Wochen erweckte Selbstvertrauen trug in aber durch diese engen Situationen. Eine Einstellung, die auch im heutigen Viertelfinale gegen den Belgier David Goffin nötig sein dürfte. Zverev beschreibt die Nummer zehn der Welt als einen der schnellsten Spieler auf der Tour, der kaum einen Fehler macht. Und auch in brenzligen Situationen immer wieder Lösungen findet. Ein Gegner mit erhöhtem Frustpotential also, gerade wenn es im eigenen Spiel nicht wie am Schnürchen läuft.

Selbstbewusstsein und Siege helfen auch, wenn es um das etwas leidige Thema Außenwirkung und Außendarstellung beim jüngeren Zverev-Bruder geht. „Wenn du die Nummer drei der Welt bist, mögen dich sicher mehr Leute, als als Nummer 70 oder 80“, ist sich Alexander Zverev bewusst. Um dann aber seine Priorität gerade in Bezug auf seine Bewertung als Person außerhalb des Platzes auf eine sehr viel kleiner Personengruppe zu legen. „Meine Familie mag mich. Mein Hund mag mich auch, das ist mir wichtig“. Für die Öffentlichkeit will Alexander Zverev im Moment vor allen Dingen ein Tennisspieler sein, der auf dem Platz sein Bestes gibt.

 

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