Doppelspieler Andre Begemann berichtet über seine Tennis-Erfahrungen in Kuala Lumpur.

Liebe Tennisfans,

heute berichte ich euch aus Asien. Ich bin mittlerweile seit Freitag in Kuala Lumpur und habe mich sogar mit ein paar Einzelmatches in der Quali an die Gegebenheiten vor Ort gewöhnt. Ich habe sogar meinen ersten Einzelsieg seit 2 Jahren gefeiert gegen die Nr. 370 in der Welt. Ich spüre, dass ich noch mithalten kann, aber die Laufwege sind einfach ungewohnt, weil ich zu wenig Einzel gespielt habe. Allerdings bin ich auf dem Platz Wettkämpfer und es juckt direkt wieder nach einem kleinen Erfolgserlebnis, allerdings weiß ich es gut einzuschätzen. Am nächsten Tag wurden mir dann wieder die Schranken aufgezeigt vom erstgesetzten Japaner Sugita.

Mir fällt es besonders schwer östlich zu reisen, ich tue mich mit der Zeitverschiebung extrem schwer und hatte die ersten drei Tage sehr schlechten Schlaf. Auch wenn es nur 6 Stunden Unterschied sind, muss ich sagen, dass ich viel lieber westlich reise, als gegen diesen Jetlag anzukämpfen. Deswegen bin ich zusammen mit meinem neuen Partner Artem Sitak früh angereist, um für das Turnier gut vorbereitet zu sein.

 

© Begemann

© Begemann

 

Es hat sich heute ausgezahlt und so konnte ich nach drei Erstrundenniederlagen in Folge einen wichtigen Sieg gegen Sam Groth und Mikhail Kukushkin verbuchen. In dem Format ohne Vorteil und mit Match-Tiebreak ist besonders Selbstvertrauen wichtig, um in den vielen wichtigen Momenten auf dem Platz die richtige Entscheidung zu treffen. Ich glaube, dass mir der Sieg enorm helfen wird, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Das passt eigentlich gar nicht zu meinem Naturell, da ich mir das Selbstvertrauen immer über harte Trainingseinheiten hole. Wenn diese dann wegfallen, machen sich schon die ein oder anderen Schwachstellen im Match bemerkbar. Auch, wenn ich nicht mehr machen konnte, fällt es mir schwer die Situation zu akzeptieren und die Fehler wegzustecken, wenn ich sie vorher von mir nicht gewohnt war.

In den letzten Tagen konnte ich etwas mehr trainieren und individuell an meinem Spiel zusammen mit meinem Partner arbeiten. Das hat mir sehr gut getan, weil es neue Impulse freisetzt und ich das Gefühl bekomme, dass ich die Arbeit getan habe und mir den Erfolg verdiene. Am liebsten würde ich den ganzen Tag trainieren, aber wenn es gesundheitsbedingt manchmal nicht geht, ist das eine sehr schwierige Situation für einen Profisportler.

 

© Begemann

© Begemann

 

Jetzt ist es schon kurz vor Mitternacht, bin durch die Zeitverschiebung hellwach und habe noch ein wenig Zeit gefunden euch ein bisschen aus Asien zu berichten. Es ist für alle der letzte lange Trip. Für uns geht es nach dieser Woche entweder zum 500er nach Tokio oder Peking und dann zum Masters in Shanghai, was die Asientour abschließt. Dann werden wir alle mit Turnieren in Europa die Saison Ende Mitte November beenden und gespannt auf das Davis Cup Finale blicken. Ich finde es überragend, dass England gegen Belgien im Finale spielt, vor allem weil es beides nicht die größten Tennisnationen mit der größten Dichte in den vorderen Ranglistenpositionen sind, und trotdem hat sich die individuelle Stärke von Murray und Goffin durchgesetzt. So stark beide auch spielen, meiner Meinung nach wird der Doppelpunkt über den Finalerfolg entscheiden. Ich bin gespannt und setze meine Pferdchen auf England.

Bis dahin sind es aber noch ein paar Wochen und so werde ich Euch wie immer mit aktuellen Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

 

Bis dahin,

euer Bege

 

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