Angelique Kerber steht ganz oben — aber trotzdem muss sie sich immer wieder gegen die deutsche Tennis-Vergangenheit behaupten.

In den 80er und 90er Jahren erlebte das deutsche Tennis seine absolute Hoch-Zeit. Dies lag vornehmlich an den großen Erfolgen von Boris Becker und Steffi Graf. Zwar gab es auch andere Spielerinnen und Spieler, die sich im Profizirkus behaupten konnten, doch gerade die Strahlkraft dieser beiden Protagonisten bleibt bislang unerreicht. Seit einigen Wochen jedoch hat Deutschland wieder eine Nummer eins der Weltrangliste. Ihr Name: Angelique Kerber, 28, aus Bremen. Seit ihrem Sieg bei den US Open dieses Jahres sitzt die auf dem Thron des Damentennis. Eine neue Steffi Graf?

Grafs Erfolge nahezu unerreicht

Die sportlichen Erfolge, die eine Steffi Graf im Laufe der Jahre eingefahren hat, werden zumindest für deutsche Spielerinnen – auch für Kerber – wohl unerreichbar bleiben. Insgesamt gewann Graf 22 Grand-Slam-Titel. Im Jahr 1988 gelang es ihr sogar als bisher einziger Tennisprof, den so genannten Golden Slam zu gewinnen. Hierbei gewann sie innerhalb eines Jahres (1988) nicht nur die vier großen Turniere – Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open – sondern auch noch Olympisches Gold in Seoul.

Insgesamt stehen 107 Titel in der Vita der gebürtigen Mannheimerin. Zudem wurde sie insgesamt sagenhafte 377 Wochen als Nummer eins der Weltrangliste geführt. Keine Spielerin in der Tennisgeschichte stand länger an der Spitzenposition. Steffi Graf galt bereits in jungen Jahren als Wunderkind und räumte im Juniorenalter schon viele Titel ab. Im Jahr 1999 beendete Graf, die mit dem ehemaligen, US-amerikanischen Tennisprofi Andre Agassi verheiratet ist, ihre beispiellose Karriere.

Unfairer Vergleich

Wann immer es eine deutsche Tennisspielerin schaffte, auf der Tour für Furore zu sorgen, wurden natürlich sofort die Vergleiche zu Steffi Graf herangezogen. Bei Angelique Kerber verhielt und verhält es sich ähnlich. Vor allem in ihrem sehr starken Tennisjahr 2016 flammten diese Vergleiche wieder auf. Denn Kerber gewann nicht nur die Australian Open, sondern stand auch im Finale der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro und gewann im September die US Open. Seit diesem Turniersieg wird sie aktuell als weltbeste Spielerin aus Platz eins der Rangliste geführt. Ist es fair, sie deshalb gleich mit einer Jahrhundertspielerin wie Steffi Graf zu vergleichen? Nein, dieser Vergleich ist sogar höchst unfair, denn nicht zuletzt handelt es sich hierbei um Spielerinnen, die in völlig unterschiedlichen Generationen aufgewachsen sind und Tennis gespielt haben. Ein Vergleich der rein sportlichen Leistungen ist also hier gar nicht möglich und auch nicht angebracht.

Ein Vergleich, bzw. eine Frage, bietet sich dennoch an: Wird Kerber das Tennis in Deutschland wieder salonfähig machen? Nach den Rücktritten von Graf, Becker oder Michael Stich erlebte das deutsche Tennis auch medial eine Pleite, da schlichtweg der Nachwuchs fehlte. Eine genaue Antwort auf diese Frage gibt es (noch) nicht. Zumindest war das Olympische Finale schon einmal ein Lichtblick, wenngleich auch nach dem US Open-Sieg die ganz große Sogwirkung bisher ausblieb. Nichtsdestotrotz wird nun endlich auch einmal wieder eine deutsche Spielerin bei den Buchmachern größere Beachtung finden. Denn Kerber ist von nun an die Gejagte. Dieser Umstand wird sich auch in den Quoten niederschlagen. Auf sportwettenbonus.de erfährt man, wie man die unterschiedlichen Quoten möglichst gewinnbringend einsetzen kann.

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