Es gibt Spieler, die einem nicht liegen. Jack Sock ist für Marin Cilic genau das. Der Kroate kassierte die dritte Niederlage im dritten Match.

Enge Matches scheinen dieses Jahr in London nicht die Ausnahme, sondern die Regel zu sein. Wieder einmal entschieden letztendlich Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Nach 2:28 Stunden entschied Jack Sock das intensive Duell gegen Marin Cilic mit 5:7, 6:2, 7:6 (7:4) für sich. Nach seiner Auftakt-Niederlage gegen Alexander Zverev unterlag der Wimbledon-Finalist also auch in seinem zweiten Match in drei Sätzen und muss den Traum vom Halbfinale damit vermutlich aufgeben. Sock hingegen ist nach einer Niederlage (gegen Roger Federer) und einem Erfolg wieder im Geschäft.

Es hatte alles so gut begonnen für Marin Cilic: Im ersten Satz ließ er nur wenig zu, ohne sein ganzes Können aufbieten zu müssen. Nach dem 5:7-Satzverlust holte sich Jack Sock eine Verwarnung ab, da er einen Ball ins Publikum geschlagen hatte. Es war einer der wenigen Aufreger im ersten Durchgang. Die Zuschauer in der O2 Arena bekamen in der Nachmittags-Session am Dienstag zu Beginn eine Begegnung auf einem allenfalls übersichtlichen Niveau zu sehen.


Sock kämpft sich zurück und Cilic lässt erneut viel liegen

Das sollte sich in den folgenden Sätzen zumindest ein wenig ändern: Der US-Amerikaner zog die richtigen Erkenntnisse aus dem bisherigen Verlauf und sicherte sich das frühe Break zum 1:0. Danach ging alles ganz schnell, denn Cilic fand nicht mehr in diesen Durchgang zurück. Spätestens nach dem zweiten verlorenen Aufschlagspiel war er gedanklich bereits im entscheidenden Satz – und dieser sollte es in sich haben.

Wer das erste Match von Marin Cilic gegen Alexander Zverev gesehen hatte, dem dürften die folgenden Bilder wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Wieder einmal ließ der Kroate nämlich eine Menge liegen und schaffte es zweimal nicht, eine Führung ins Ziel zu bringen – weder im regulären Verlauf des dritten Satzes noch im Tiebreak. Dabei hatte lange Zeit nichts auf einen Einbruch hingedeutet. Während Sock den Nachteil hatte, immer nachlegen zu müssen, brachte Cilic zwischenzeitlich drei Aufschlagspiele zu Null hinter sich. 7

Der größere Siegeswille macht den Unterschied

Doch der US-Boy ließ nicht locker und kämpfte sich in den Tiebreak, wo sich dann zum wiederholten Male herausstellen sollte, dass er der Angstgegner des Aufschlagriesen ist.

Trotz Mini-Break zum 4:2 verlor Cilic das dritte von drei Matches (Davis Cup und US Open, jeweils 2016) gegen Sock – weil dieser fünf Punkte in Folge machen und damit seine starke Tiebreak-Bilanz in diesem Jahr auf 22:10 ausbauen konnte. Heute hatte in London der größere Siegeswille den kleinen, aber feinen Unterschied ausgemacht.

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