Er hatte in jedem Match so seine Schwierigkeiten, aber letztendlich zieht Federer mit drei Vorrundensiegen ins Halbfinale der Tour Finals ein.

Wenn man Roger Federer zwischen den Ballwechseln bei seinen bisher drei Auftritten in London beobachtet hat, muss man feststellen: Auch der eindeutige Turnierfavorit selbst ist mindestens phasenweise so gar nicht zufrieden mit seinen Leistungen in der O2-Arena. Viel öfter als gewöhnlich hört man ihn grummelnd mit sich selber reden oder sieht ihn missbilligend den eigenen (Fehl)-Schlägen hinterher schauen. So war es auch heute gegen Marin Cilic. Allerdings, und da werden die Sorgen um und für Federer schon kleiner, war auch das Ergebnis am Ende trotz aller schwächerer Momente wieder wie gegen Jack Sock und Alexander Zverev. Federer ging als Sieger vom Platz, diesmal gegen den Kroaten in drei Sätzen mit 6:7(5), 6:4 und 6:1.


Unzufriedenheit und ungenutzte Chancen in Satz 1

Cilic war ohne Chance das Halbfinale noch zu erreichen in dieses letzte Gruppenspiel gegangen. Vielleicht gab gerade das ihm die in den ersten beiden Auftritten etwas vermisste Lockerheit. Jedenfalls kam er weit besser in die Partie gegen Federer als gegen Zverev und Sock. Der schon qualifizierte Roger Federer dagegen wirkte, wie schon angesprochen, nicht zufrieden mit seinem Spiel. Bei eigenem Aufschlag gab er sich keine Blöße, beim Service seines Gegners konnte er aber über den Satz hinweg gleich vier Chancen zum Break nicht nutzen. In Folge dessen musste der Tie-Break den den ersten Durchgang entscheiden. Hier ging Cilic früh in Führung und Federer konnte nicht mehr kontern. Der Kroate gewann den Tie-Break mit 7:5.

Federer breakt spät, aber nicht zu spät

Auch im zweiten Satz ließ Federer noch eine weitere Breakchance, seine insgesamt fünfte, aus. Mit seiner sechsten Möglichkeit, Cilic den Aufschlag abzunehmen, holte er sich dann aber direkt den Satz mit 6:4. Ein weiteres Break zugunsten des Schweizers zu Anfang des dritten Satzes brachte dann die Entscheidung. Der 19-fache Grand-Slam-Champion spielte befreiter auf und Cilic schien nicht mehr an seinen ersten Sieg innerhalb des diesjährigen Turniers zu glauben. Die Konsequenz war ein klares 6:1 für den Top-Favoriten der diesjährigen Veranstaltung.

Federers überragende Bilanz beim Masters

Roger Federer erreicht damit zum 10. Mal in seiner Karriere das Semifinale der Tour Finals, ohne ein Match in der Gruppenphase verloren zu haben. Dort trifft er nun entweder auf David Goffin oder auf Dominic Thiem. Der Belgier und der Österreicher werden am Freitag in einem direkten Duell um die Halbfinal-Teilnahme spielen. Insgesamt hat Roger Federer die Vorschlussrunde beim Turnier der acht Jahresbesten bei fünfzehn Teilnahmen schon vierzehn Mal erreicht.  Lediglich 2008 scheiterte er in Shanghai nach Niederlagen gegen Gilles Simon und Andy Murray schon in der Gruppenphase.