Glatter Sieg über Nishikori hält den Österreicher im Rennen.

Dominic Thiem (ATP 8) hat sich die rechnerische Chance erhalten, am Samstag das Halbfinale bei den ATP Finals spielen zu können. Nach seinem 6:1, 6:4 über Kei Nishikori (ATP 9) benötigt er jetzt aber sehr viel Schützenhilfe durch den Südafrikaner Kevin Anderson, um nicht am Ende des Tages mit leeren Händen da zu stehen.

Diverse Szenarien zum Ausgang der Gruppe

Der mögliche Ausgang der Lleyton-Hewitt-Gruppe entpuppte sich vor Beginn der letzten beiden Matches als komplizierte Rechenaufgabe, an deren Ende nicht weniger als acht mögliche Szenarien standen, nach denen die Halbfinalteilnehmer ermittelt werden könnten.

Thiem macht Anderson früh glücklich

Für einen, der erst am Abend antreten muss, wurde die ganze Rechnerei aber schon nach wenigen Minuten viel weniger aufregend: Kevin Anderson, der noch gegen Roger Federer spielt, war nach zwei Spielgewinnen für Dominic Thiem sicher im Halbfinale.

Für einen anderen, nämlich für Kei Nishikori, war die Lage zu diesem frühen Zeitpunkt dagegen noch etwas bedenklicher geworden. Denn Thiem holte sich direkt die ersten drei Spiele der Partie. Erneut also ein ganz schlechter Start für den Japaner, der schon gegen Anderson so schnell und deutlich ins Hintertreffen geraten war.

Nishikori erneut nicht auf Top-Niveau

Zwar steigerte sich der Japaner im Gegensatz zum Dienstag nach wenigen Minuten leicht, ein Rebreak wollte aber trotzdem nicht gelingen. Im Gegenteil: Bei einer Aufschlagquote unter 50% geriet die Nummer neun der Weltrangliste immer wieder in Gefahr, weiter an Boden zu verlieren. Und diverse einfache Fehler sorgten dafür, dass das dann auch geschah.

Es war geradezu symptomatisch, wie der verunsicherte Japaner Thiem das Doppelbreak mit einem Doppelfehler schenkte. 42 Minuten Spielzeit deuteten an, dass Nishikori nicht komplett chancenlos war. Der Satzausgang mit 6:1 zeigte aber, dass er diese Chancen nie wahrnehmen konnte.

Eine solide Leistung reicht Thiem

Thiem auf der anderen Seite glänzte keineswegs, spielte aber bis zu diesem Zeitpunkt solide seinen Stiefel runter. Was er auch im zweiten Durchgang fortsetzte. Auch Nishikori gelang jetzt mehr, insgesamt war er aber immer noch viel zu wechselhaft in seiner Leistung und nutzte weiterhin sich ihm bietende Möglichkeiten nicht. Im Auslassen von Chancen holte der Österreicher dann Mitte des zweiten Satzes aber auf, als er einen Breakball nicht konsequent verwertete und eine Vorentscheidung verpasste.

Die Hoffnung heißt nun Kevin Anderson

Diese folgte aber dann nur ein Aufschlagspiel Nishikoris später, als der French-Open-Finalist dann doch breakte. Thiem spielte sich danach souverän Richtung Matchgewinn. Jetzt muss er darauf hoffen, dass Kevin Anderson Roger Federer hoch in zwei Sätzen schlägt, damit er diesen über den Prozentsatz der gewonnen Spiele vom zweiten Platz der Gruppe verdrängen kann. Das passiert nur, wenn der Schweizer insgesamt weniger als sieben Spiele holt, falls ein Satz über 5:5 hinaus geht. Sollten Anderson zum Sieg in beiden Sätzen jeweils sechs Spiele reichen, muss der „Maestro“ sogar nur insgesamt fünf Games holen.

Tennis-Point.de