Beim vorletzten Masters-Turnier der Saison warten einige frühe Kracher-Matches.




Die Masters-Saison geht in Shanghai langsam auf ihre saisonale Zielgerade. Hier und dann noch später Anfang November in Paris können letztmals vor den Tour Finals gleich 1000 Punkte auf einen Streich abgestaubt werden. Erste Voraussetzung dafür: Man kommt gut ins Turnier hinein und übersteht seine ersten Matches. Bei der starken Besetzung dieser Turniere kommt es aber vor, dass auch den Stars sehr früh echte Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Auch die Auslosung für Shanghai hat einige solcher Konstellationen hervor gebracht.

Roger Federer

Der an Nummer eins gesetzte Schweizer startet mit der einfachsten aller Aufgaben: Einem Freilos in der ersten Runde. Danach könnte es für den Maestro bei seinem ersten ATP-Auftritt nach dem eher enttäuschenden amerikanischen Hartplatz-Sommer aber schon kniffelig werden. In der zweiten Runde wird er wahrscheinlich es gegen Daniil Medvedev zu Werke gehen müssen, der es zunächst mit einem Wildcard-Spieler zu tun bekommt. Und Medvedev ist gerade richtig in Form. Der junge Russe hat im Endspiel von Tokio heute Nishikori keine Chance gelassen und auf dem Weg ins Finale aus der Qualifikation heraus Spieler wie Diego Schwartzman, Milos Raonic und Denis Shapovalov jeweils in zwei Sätzen besiegt. Immerhin: Federer scheint der Aufgabe mehr als angemessene Trainingspartner gefunden zu habe – heute war er mit Novak Djokovic auf dem Platz.

Juan Martin Del Potro

Bei seiner Endspiel-Niederlage in Peking wirkte der Argentinier etwas müde. Diese Müdigkeit sollte er schnell abschütteln. Nach Freilos in Runde eins könnte er es nämlich mit Richard Gasquet (25) zu tun bekommen. Und der Franzose hat zuletzt mit Siegen über Nick Kyrgios und Kevin Anderson bewiesen, dass er großen und schlagstarken Gegnern durchaus immer noch etwas entgegen zu setzen hat.

Denis Shapovalov

Der junge aufstrebende Kanadier bekommt es mit jemandem zu tun, der zwar mit 26 Jahren schon etwas älter ist, in diesem Jahr aber einen ähnlichen Leistungssprung gemacht hat. Nikoloz Basilashvili hat zumdem gerade erst mit seinem Peking-Turniererfolg über Del Potro bewiesen, dass er mittlerweile auch mit den ganz Großen der Zunft mithalten kann.

Alexander Zverev

Deutschlands Nummer eins hat eine Auslosungs-Situation erwischt, die der von Roger Federer nicht ganz unähnlich ist. Als Vier der Setzliste hat er zunächst ein Freilos, dann könnte es aber mit Nikoloz Basilashvili auch für ihn im ersten Match gegen einen frisch gebackenen Turniersieger gehen. Und ob die mögliche Alternative Denis Shapovalov wirklich angenehmer und einfacher zu spielen ist, darf auch stark angezweifelt werden.

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Stefanos Tsitsipas

Der erst 20-jährige Grieche hat sich mit vielen guten Ergebnissen in diesem Jahr bis auf Platz 15 im Ranking gespielt. Und dabei gezeigt, dass er auf jedem Untergrund – auch auf Hartplatz – zu Weltklasseleistungen in der Lage ist. In Shanghai ist er an Nummer 10 gesetzt und so zunächst vor seinen Ranglistennachbarn „geschützt“. Gael Monfils ist aber halt nur noch die Nummer 39 im Ranking und ihm zugelost. In Chengdu und Peking hat er zuletzt kein Match gewonnen, aber irgendwann wird der Knoten bei ihm zumindest zeitweise wieder platzen. Tsitsipas wird hoffen, dass der Franzose nicht gerade auf dem schnellen Geläuf in Shanghai sein Talent wiederentdeckt.

Stan Wawrinka

Die Formkurve des dreifachen Grand-Slam-Siegers aus der Schweiz zeigt nach oben, im Ranking ist er aber immer noch nur die Nummer 74. Das führt dazu, dass er in Runde eins mit Borna Coric direkt einen gesetzten Spieler zugelost bekommen hat. Der hat in Shenzhen und Peking jeweils ein enges Auftaktmatch verloren und wird alles dafür geben, die Trendwende einzuleiten.

Nick Kyrgios

Die erste Runde gegen Bradley Klahn (USA) scheint mehr als machbar zu sein für den exzentrischen Australier. Dann aber würde er auf den Sieger der oben genannten Partie zwischen Wawrinka und Coric treffen. Und aus diesem Trio hat danach auf jeden Fall nur noch einer die Option, das Masters-Turnier zufriedenstellend abzuschließen.