Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es wurde belohnt.

Nach dem Match gegen Richard Gasquet musste sich Alexander Zverev diesen einen Ballwechsel auch noch einmal genau ansehen. Einfach zu irre war es, was der junge Deutsche da geleistet hatte. Denn bei Matchball gegen sich, dem zweiten von insgesamt drei, behält der 20-Jährige über 49 Schläge die besseren Nerven. Ein Knackpunkt, der ihm am Ende das Match einbringt. Gegen Richard Gasquet zieht Zverev mit 6:3, 4:6, 7:6 in die nächste Runde ein.

 

Nicht nur Power

Doch der Reihe nach. Der erste Satz verläuft ganz im Sinne des frischgebackenen Washington-Siegers. Ähnlich wie schon in seinen Matches der vorherigen Woche spielt sich der Deutsche solide durch seine Aufschlagspiele, behält auch in engen Situationen die Übersicht und nutzt dann die Chance zum Break. Fast schon gewohnheitsmäßig geht der erste Durchgang mit 6:3 an die Nummer Acht der Welt.

Daran scheint Zverev auch im zweiten Satz anzuknüpfen. So ist es sein Gegner Gasquet, der direkt im ersten Aufschlagspiel mächtig kämpfen muss, um im Geschehen zu bleiben. Doch im weiteren Verlauf ist es dann die Konzentration des jüngeren Spielers, die sich langsam verabschiedet. Bei 4:5 und eigenem Aufschlag passt der Deutsche nicht auf und verliert den zweiten Satz unnötig mit 4:6.

 


Im finalen Durchgang spitzt sich dann das ganze zu einem wahren Nervendrama zu. Erst liegt Alexander Zverev ein Break vorne. Das verliert er dann wieder, als er eigentlich zum Match aufschlägt. Sonst so sicher bei eigenem Service lässt Zverev drei Matchbälle liegen und erlaubt es seinem französischen Gegner, wieder in die Partie zu kommen. Der wittert seine Gelegenheit und setzt den Deutschen nun unter Druck. Bei stand von 6:5 für Gasquet hat der auf einmal Matchball. Dreimal, doch dreimal wehrt jetzt wiederum Zverev diese ab. Einen davon eben mit einer fulminanten Willensleistung. Das ist der Wendepunkt. Mit mächtig Adrenalin aufgepusht, setzt sich die Nummer Acht der Welt im Tiebreak durch und zieht in die nächste Runde ein.

„Du versuchst nicht danebenzuhauen“

Als Alexander Zverev sich den Megaballwechsel anschaut, muss er selber grinsen. Gefragt, was man in so einem Moment denn denkt, ist die Antwort simpel wie einleuchtend: „Man denkt in solchen Momenten nicht viel. Man versucht aggressiv zu sein und nicht danebenzuhauen“.

Danebengehauen hat der Deutsche nicht und sich die nächste Runde mehr als verdient. Für ihn ist es der dritte Sieg im dritten Aufeinandertreffen mit Richard Gasquet. Einfacher werden die Aufgaben in Montreal allerdings nicht. Der nächste Gegner lautet Nick Kyrgios. Gegen den Australier konnte der 20-Jährige bisher noch nicht gewinnen.

Das Match ist nicht vor 18.30 Uhr Ortszeit (0.30 Uhr deutscher Zeit) auf dem Center Court angesetzt.

Mischa gegen Dimitrov ausgeschieden

Weniger Glück als sein Bruder Alexander hatte Mischa Zverev. Der 29-Jährige schied mit 3:6, 6:3, 3:6 gegen Grigor Dimitrov aus. Im dritten Satz war der Deutsche bei einem Aufschlagspiel unkonzentriert und gab es zu Null ab. Den Rückstand konnte er nicht mehr aufholen.

Alexander Zverev

 

 

 

 

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