Es war ein Match mit vielen Aufs und Abs. Trotz einer Schwächephase im 2. Satz zog Rafa Nadal gegen Grigor Dimitrov ins Finale von Peking ein.

Die Vorfreude auf dieses Duell war groß, da sich viele Fans ein ähnliches Match wie zu Beginn des Jahres bei den Australian Open erhofften. Es war vielleicht eines der besten dieses Tennisjahres 2017. Damals siegte Rafael Nadal im Halbfinale in fünf Sätzen, und auch diesmal musste er gegen Grigor Dimitrov über die volle Distanz (hier drei Sätze) gehen.


Allerdings war diese Neuauflage eher durch die eine oder andere Berg- und Tal-Fahrt beider Spieler geprägt denn durch konstant packendes Tennis. Am Ende setzte sich der Spanier mit 6:3, 4:6, 6:1 durch und erhöhte seine Head-to-Head-Bilanz gegen den Bulgaren damit auf 9:1 – und das ausgerechnet in Peking, wo Dimitrov sein bisher einziges Match gegen den Weltranglistenersten gewinnen konnte.

Satz 1: Dimitrov nicht auf Top-Niveau

Bereits der zweite Punkt in diesem Match, den Rafa Nadal am Netz für sich verbuchen konnte, hatte es in sich und versprach hochkarätige Ballwechsel. Der Spanier erwischte den eindeutig besseren Start, führte schnell mit 4:1, wenngleich der Bulgare auf 4:2 verkürzen konnte.

Erstaunlich: Erst nach 21 Minuten gelang Dimitrov der erste Punkt bei Aufschlag Nadal. Es schien der Weckruf für ihn gewesen zu sein, da er auch die folgenden zwei Punkte und damit die ersten Breakbälle holte. Doch Rafa trat im Stile eines Weltranglistenersten auf, wehrte die Breakbälle ab und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:3.

Satz 2: Nadal ermöglicht seinem Gegner den Satzausgleich

Auch im zweiten Satz startete Dimitrov alles andere als gut – und zwar symptomatisch mit einem Doppelfehler. Das Break ließ nicht lange auf sich warten. Nach der frühen 1:0-Führung deutete alles auf einen Durchmarsch des Spaniers hin. Offensichtlich hatte der Vorjahresfinalist hingegen einen dieser Tage erwischt, an denen überhaupt nichts funktionierte. Wäre da nicht Rafa Nadal gewesen, der Mitte des 2. Satzes ebenfalls zu schwächeln begann und Dimitrov herankommen ließ.

Praktisch wie aus dem Nichts holte sich dieser dann doch noch den Satz mit 6:4. Die vielen Unforced Errors (17 Nadal, 15 Dimitrov) auf beiden Seiten dienten als Indiz dafür, dass Dimitrov den Satzausgleich dem Leistungseinbruch seines Gegners zu verdanken hatte. Zum Vergleich: In Satz eins unterliefen den Mann von Mallorca nur vier vermeidbare Fehler (Dimitrov elf).

Satz 3: Der Spanier fängt sich und zieht ins Finale ein

Normalerweise hätte man davon ausgehen können, dass Grigor Dimitrov nach dem Satzgewinn mit einer breiten Brust aufschlagen wird. Doch nicht so am heutigen Tag: Rafa Nadal startete mit einem Doppel-Break und führte schnell mit 3:0. Diesmal ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und tütete das Finale mit einem souveränen 6:1 ein.

Letztlich war dieses Match irgendwie ein Sinnbild des bisherigen Karriereverlaufs von Grigor Dimitrov. Er war immer nah dran, doch für den ganz großen Coup reichte es nicht. Ein Grund hierfür war auch die überraschend schwache Aufschlagquote im dritten Durchgang (zeitweise unter 60 Prozent). Um Nadal bezwingen zu können, braucht man freie Punkte – doch die waren Dimitrov nur selten vergönnt. Wir dürfen gespannt sein, ob es Alexander Zverev oder Nick Kyrgios im Endspiel am Sonntag anders ergehen wird …

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