Martin Fischer, aktuell noch die Nummer 379 in der Welt, hört als Tennisprofi auf und hat neue Ziele vor Augen.

Nach mehr als zehn Jahren als Tennisprofi geht Martin Fischer neue Wege. „Mein Entschluss steht schon seit längerer Zeit fest, aber ich wollte Klarheit über meine Zukunft haben, bevor ich damit an die Öffentlichkeit gehe“, sagte der noch 28-Jährige. Nun hat der vierfache österreichische Davis-Cup-Spieler die Zusage der Universität Liechtenstein und wird im September mit dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Vaduz beginnen. „Das war immer mein Wunsch, ich werde dieses Projekt jetzt mit dem gleichen Elan angehen, den ich zur Erreichung meiner sportlichen Ziele aufgebracht habe“, so der Wolfurter in einer Presseaussendung. Sein wohl letztes Match bleibt das Zweitrunden-Aus in der Qualifikation des ATP-Rasenturniers in Stuttgart vor 17 Tagen.

 

Davis-Cup-Sieg als Höhepunkt

Seine Karriere führte Fischer am 11. Oktober 2010 bis auf Platz 117 der Weltrangliste. In diesem Jahr schaffte er als bislang einziger Vorarlberger über die Qualifikation den Einzug in den Einzel-Hauptbewerb des Grand-Slam-Turniers der French Open in Paris und stand wenige Wochen später in Wimbledon sogar in der zweiten Hauptrunde. Das größte Medieninteresse rief aber der Davis-Cup-Auftritt in Israel hervor. Bei seinem ersten Einsatz im Nationalteam sorgte Fischer beim Stand von 2:2 gegen Harel Levy für den entscheidenden Sieg, der den Aufstieg Österreichs in die Weltgruppe bedeutete. „Emotional sicher der große Höhepunkt meiner Karriere. Für Österreich Davis Cup zu spielen, war immer einer meiner Kindheitsträume, dass ich dann mein Debüt so feiern durfte, wird mir ewig in Erinnerung bleiben.“

 

„Das alles hat jeden Aufwand gelohnt“

Fischer kann auch auf zwei Challenger-Siege im Einzel (obiges Foto zeigt den Triumph in Kyoto 2014) und 15 im Doppel zurückblicken, 13 davon mit seinem guten Freund und Wegbegleiter Philipp Oswald. „Gerade der Heimsieg beim Challenger in Oberstaufen, wo die ganze Familie, viele Verwandte und Freunde mitgefiebert haben, gehört zu meinen schönsten Erlebnissen.“ Auch der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten, Roger Federer, hat ihn mehrmals als Trainingspartner nach Zürich oder ins Tessin eingeladen. „Das alles hat jeden Aufwand gelohnt, den ich über all die Jahre betrieben habe. Tennis hat mir enorm viel gegeben, ich habe mit den Allerbesten und auf den historisch bedeutendsten Plätzen gespielt. Dabei habe ich mehr als 100 Länder auf allen Kontinenten bereist, viele wertvolle Erfahrungen gemacht und tolle Menschen kennengelernt. Aber jetzt freue ich mich darauf, neue Ziele anzustreben.“

 

Meisterschafts-Auftritte weiter geplant

Ganz vom Tennis verabschieden wird sich Fischer freilich nicht. Seit vier Jahren spielt er für Grün-Weiß Mannheim in der deutschen Bundesliga, in der Schweiz steht er beim Traditionsclub Grasshoppers Zürich unter Vertrag, in Österreich beim TC Gleisdorf, mit dem er 2010 und 2012 den Bundesliga-Titel gewann. „Dieses Niveau versuche ich zu halten. Ich werde vielleicht nicht mehr auf einer Spitzenposition spielen, aber gute Mannschaftsspieler sind immer gefragt. Doch Vorrang hat in jedem Fall das Studium.“

 

 

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