Die Änderung könnte bereits 2019 in Kraft treten.

Neues Jahr, neue Regeln: Wie aus britischen Medienberichten hervorgeht, wollen die Verantwortlichen des australischen Tennisverbandes bei den Australian Open einen Tiebreak im Entscheidungssatz einführen.

Matchtiebreak bei 6:6 soll kommen

Bisher wurde beim Stand von 6:6 so lange weitergespielt, bis ein Akteur zwei Spiele Vorsprung hatte. Die klassische Regelung soll ab 2019 bei 6:6 durch den sogenannten Matchtiebreak ersetzt werden. Das heißt: Gewonnen hat dann der Spieler, der zuerst mindestens zehn Punkte und mindestens zwei Punkte Vorsprung erzielt hat.

Vorreiter ist der Rasen-Klassiker an der Church Road. Wimbledon hatte bereits im Herbst eine Tiebreakregelung bei 12:12 im Entscheidungssatz durchgesetzt. Damit sollen ausufernde Grand Slam-Matches, wie das Wimbledon-Halbfinale 2018 zwischen Kevin Anderson und John Isner, eingedämmt werden. Die Marathon-Partie endete erst nach 6:36 Stunden mit 26:24 im fünften Satz für Anderson.

Regel-Wirrwarr bei den Grand-Slam-Turnieren

Kurios: Sollte das Grand Slam-Board den Plänen von Tennis Australia zustimmen, hätten alle vier Grand Slam-Turniere ab 2019 eine unterschiedliche Regelung. Die French Open wären dann das einzige Turnier, das auf einen Tiebreak-Modus im Entscheidungssatz verzichtet. Bei den US Open ist der finale Tiebreak beim Stand von 6:6 bereits seit Jahren etabliert.

Die geplante Regeländerung ruft allerdings auch Kritiker auf den Plan. Tennis-Journalist Ben Rothenberg (u.a. New York Times) sorgt sich vor allem um die spannenden Dreisatzmatches bei den Damen, die durch einen Tiebreak im Entscheidungssatz entwertet würden.

Es bleibt abzuwarten, ob das Grand Slam-Board die Änderung bereits für 2019 bewilligt. Den Verantwortlichen des Boards gefällt es demnach nicht, dass es nun so viele unterschiedliche Lösungsansätze gibt.

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