Als Boris Becker den Raum betrat, waren die über 700 teilnehmenden Trainer und Gastzuhöhrer mucksmäuschenstill.

Gespannt lauschten sie den Ausführungen der Tennis-Legende.

Und Becker zeigte, dass er nicht nur auf dem Platz glänzen kann. Als ein Zuschauer eine Frage über das besondere Etwas, was sehr gute Trainer von guten Trainer abhebe, stellte, bewies der 51-Jährige seine Klasse. Wo der Mann herkomme, fragte Becker. Die Antwort: Aus Nigeria. Daraufhin ließ Becker mit seinem Wissen über das Land in Afrika aufhorchen. Dessen Einwohnerzahl. Den wohl bekanntesten Tennisspieler des Landes überhaupt.

Diese Detailverliebtheit fällt immer wieder auf, wenn Boris Becker über Tennis sprechen darf. Dieser Sport hat sein Leben geprägt – und bestimmt es immer noch: „Tennis ist meine Leidenschaft“, verriet der dreifache Wimbledon-Sieger später im Mediengespräch.

„Tennis lebt – und wie“

Er arbeite sehr intensiv. Schon seit er im August 2017 die Stelle als Head of Men’s Tennis beim DTB angetreten habe. Im Verband herrsche eine Aufbruchstimmung, natürlich positiv befeuert durch die jüngsten Erfolge von Angelique Kerber (Triumph in Wimbledon) und Alexander Zverev (Sieger der ATP-Finals). Becker optimistisch: „Eine solche Ausgangslage hat es vor einer Saison seit 20 Jahren nicht gegeben, zwei Spieler mit diesen Erfolgen und dieser Wirkung auf die Öffentlichkeit.“

Zverev kenne er ohnehin „besser, als viele es sich vorstellen können. Der Kontakt mit Sascha ist sehr gut. Dass er Ivan Lendl als Coach verpflichten konnte, ist großartig.“ Dennoch wolle er die Erwartungen bezüglich des 21-Jährigen „nicht utopisch hochschrauben. Er hat immer noch drei Kanonen um sich herum. Federer, Nadal und Djokovic, die machen nicht einfach so Platz.“

Selbst wenn Alexander Zverev in diesem Jahr noch keinen Grand Slam gewinnen würde, wäre das kein Beinbruch. Boris Becker ist sich mit Blick auf seine Leidenschaft sicher: „Tennis lebt – und wie!“

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