Der junge Kroate geht sein Tennis inzwischen gezielter an.



Borna Coric weiß wie es ist als „der nächste große Star“ zu gelten. Der heute 21-Jährige Kroate hat diese zweischneidige Ehre in den Jahren 2014 und 2015 erhalten. In der Zeit hatte er unter anderem Rafael Nadal und Andy Murray geschlagen. Nicht wenige erwarteten eine steile Karriere in Richtung Weltspitze. Doch der Stern verblasste erst mal wieder, eine Knieverletzung und ein Leistungsabfall sorgten für eine Talfahrt. Doch langsam arbeitet sich Coric zurück in Richtung Weltspitze. Trotz seiner noch jungen Jahre zeigt er sich dabei gereift – in seinem Spiel und seinen mentalen Fähigkeiten. Zwei wichtige Bausteine, die ihn zu seinem Sieg gegen Roger Federer im Finale bei den Gerry Weber Open gebracht haben.

Die Suche nach dem eigenen Spiel

Das honorierte auch der unterlegene Roger Federer. Borna Coric habe sein Spiel gefunden. So weit wollte der 21-Jährige dann noch nicht gehen, aber er sei dabei, es immer mehr herauszufinden. „Nun ja, ich bin immer noch dabei, es herauszufinden. Ich spreche immer noch viel mit meinen Trainern, arbeite an Grundlagen. Aber sicher, ich spiele sehr viel besser. Ich versuche auf die richtige Art und Weise zu spielen, aggressiver als in den letzten drei Jahren“, sagte Coric nach seinem Turniersieg. Der Titel bei den Gerry Weber Open ist erst der Zweite in seiner Karriere.

 


Die richtige mentale Einstellung merkte man dem Kroaten in seinem Match gegen Federer auch an. Fand er die richtige Mischung zwischen Gelassenheit, sich selber anfeuern und die Chancen nutzen, die sich bieten. Besonders im Bereich „Chancen nutzen“ zeigte sich Borna Coric gewitzter als so mancher andere Spieler gegen Roger Federer. Etwas, dass ihm auch bewusst war: „Ich habe einfach versucht, ruhig zu bleiben. Nicht über Gebühr aufgeregt zu sein. Ich denke, dass war der Schlüssel. Vor den letzten zwei Spielen im dritten Satz, in denen ich ihn breaken konnte, habe ich kaum Returns ins Feld gebracht. Bis dahin hatte ich, glaube ich, nicht einen Breakpunkt“. Auch den ersten Satz zu gewinnen, habe geholfen so Coric.

Gut auf Wimbledon vorbereitet

Viele Spieler verfolgen diesen Plan. Sagen, sie wollen sich auf sich selbst und den eigenen Matchplan konzentrieren. Borna Coric scheint es auch wirklich umsetzten zu können. Der 21-Jährige geht seine Saisons nun auch etwas gezielter an, wählt Turniere klüger aus. Spielt nicht mehr alles, was er spielen könnte. Auch nach Halle war er früh angereist, um sich optimal vorbereiten zu können. „Ich bin Mittwoch angekommen und habe Mittwochnachmittag schon trainiert. Ich habe mir die paar Tage mehr Zeit gegeben, mich vorzubereiten. Zu lernen, wie ich mich bewegen muss, wie ich die Bälle schlagen muss“. Eine Strategie mit Erfolg, wenn man bedenkt, dass der Kroate vor seinem Siegeszug in Halle bisher nur zwei Siege auf Rasen zu Buche stehen hatte.

 


Ein Siegeszug, der Borna Coric auch selber ein wenig überrascht. „Ich hatte nicht erwartet, so weit zu kommen. Wissen Sie, ich hatte einfach gehofft, ein zwei Matches zur Vorbereitung auf Wimbledon zu bekommen. Somit ist ein wenig ein Traum wahr geworden“. Die Vorbereitung ist ihm auf jeden Fall gelungen.

 

 

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