Beruhigende Führung für die Hausherren.



Auf dem Weg zum fünften Sieg über Tennis-Großmacht USA

Ein Blick auf die Liste der Rekordsieger im Davis Cup hätte eigentlich darauf schließen lassen können, dass die Gäste mit einem klaren Sieg ins Finale einziehen würden. Den 32 USA-Triumphen steht nämlich nur ein Sieg der Kroaten (2005) gegenüber. Dagegen sprach allerdings zum einen die Head-to-Head-Bilanz (4:0 für die Osteuropäer) und zum anderen der starke Kroatien-Kader. Die Hausherren gingen in Zadar mit einer absoluten Top-Besetzung an den Start.

Und so kam es, wie es kommen musste: Borna Coric und Marin Cilic gewannen ihr jeweiliges Einzel ohne Satzverlust und brachten Kroatien am ersten Tag somit mit 2:0 in Führung.

Den Auftakt machte Youngster Coric, der hochmotiviert in sein Match gegen Steve Johnson ging. Mit 6:4, 7:6, 6:3 konnte sich die Nummer 18 gegen die Nummer 30 der Welt behaupten und dabei auf Sand durch zum Teil traumhafte Punkte überzeugen. Das Highlight: Im zweiten Satz brachte Coric seinen Gegner mit einem eindrucksvollen Tweener-Lob zur Verzweiflung.

Cilic bleibt cool und hält Kroatien auf Davis Cup-Finalkurs

Im Anschluss konnte auch Marin Cilic unter Beweis stellen, dass er mit dem Druck vor heimischer Kulisse umgehen kann. In den ersten zwei Sätzen ließen er Frances Tiafoe nicht den Hauch einer Chance. Erst im dritten Durchgang taute der US-Amerikaner auf und schaffte es, den Kroaten in den Tiebreak zu zwingen.

Vielleicht hatte sich Cilic nach zwei souveränen Sätzen ein bisschen zu sicher gefühlt, denn im Tiebreak ging Tiafoe etwas überraschend mit 3:0 in Führung. Die kroatische Nummer eins konnte sich jedoch fangen und ging nach dem Fehlstart konzentrierter zu Werke. Der 29-Jährige konnte seinen zweiten Matchball zum 6:1, 6:3, 7:6 verwandeln und damit den perfekten Start für sein Heimatland im Davis Cup-Halbfinale perfekt machen.

Erster Einsatz für Carlos Ramos nach dem Serena-Skandal

Interessante Randnotiz: Nur eine Woche nach dem großen Skandal um Serena Williams im Finale der US Open war Schiedsrichter Carlos Ramos erstmals wieder im Einsatz. „Ich konzentriere mich auf diese Begegnung und darauf, wieder zu arbeiten“, hatte der Portugiese vor dem Duell zwischen Kroatien und der USA gegenüber der Nachrichtenagentur AP ausrichten lassen. Sein Plan ging auf, der erste Teil des Halbfinales ging reibungslos über die Bühne.