Belgien vs. Australien und Frankreich vs. Serbien: Die Davis Cup-Halbfinals lassen auf emotionale Matches hoffen.

Am kommenden Wochenende (15.-17.09.) entscheidet sich, wer das Davis Cup-Finale 2017 bestreiten wird. Alleine aus diesem Grund lohnt es sich, die Weltgruppe im Blick zu behalten – auch wenn kein Top-10-Spieler den Schläger in die Hand nehmen wird. In dieser Vorschau verraten wir dir, welche Tenniscracks an den Start gehen und wie die Chancen von Australien, Frankreich, Serbien und Belgien stehen, ins Endspiel einzuziehen und dort in die Fußstapfen des amtierenden Champions Argentinien zu treten. Fest steht: Final-Erfahrung bringen alle vier Nationen mit – die eine mehr, die andere weniger, wie ein Blick auf die Statistiken beweist.

Belgien vs. Australien

Gelingt dem Deutschland-Schreck der nächste Coup?

Auf dem Weg ins Halbfinale schaltete die belgische Davis Cup-Mannschaft bekanntlich Deutschland aus. Von den nackten Zahlen her geht Australien als klarer Favorit in dieses Duell in Brüssel. Bereits 28-mal konnte Down Under diesen Teamwettbewerb für sich entscheiden. Allerdings spricht der Trend der vergangenen Jahre eher für die Belgier, die mit dem Weltranglisten-12. David Goffin den bestplatzierten Spieler im Halbfinale stellen. Im Interview vor dem Aufeinandertreffen sprach Belgiens Nummer 1 über seine Erwartungen: „Es ist unser zweites Halbfinale innerhalb der letzten drei Jahre. Daher ist es ein weiterer großer Moment für uns. Es ist immer schön, zu Hause zu spielen und die Atmosphäre in einem Halbfinale ist großartig. Wir werden alles geben, um ein weiteres Finale zu erreichen“. 2015 standen Goffin und Co. bereits im Endspiel, unterlagen jedoch den von Andy Murray angeführten Briten.

Der Weg Belgiens ins Halbfinale:
1. Runde: Heim vs. Deutschland (4:1), Viertelfinale: Auswärts vs. Italien (3:2)

Das belgische Team:
David Goffin (Einzel: 12./Doppel: 569.), Steve Darcis (Einzel: 77./Doppel: 284.), Ruben Bemelmans (Einzel: 92./Doppel: 252.), Arthur de Greef (Einzel: 147./Doppel: 944.) – Kapitän: Johan van Herck

Australien wartet seit 2003 auf ein Davis Cup-Finale

Aus Sicht der Australier liegt die letzte Final-Teilnahme bereits deutlich weiter zurück. 2003 konnte die Mannschaft um Lleyton Hewitt den Titel durch ein 3:1 gegen Spanien gewinnen. Letzterer ist inzwischen der Teamchef des australischen Davis Cup-Teams. Hewitt hat neben Superstar Nick Kyrgios auch Thanasi Kokkinakis berufen, der seit 2015 erstmals wieder mit von der Partie ist. Dennoch ruhen die australischen Hoffnungen natürlich auf einem starken Auftritt von Kyrgios, der ein bekennender Fan dieses Wettbewerbs ist. „Für mich ist der Davis Cup eines der wichtigsten Events in meiner Karriere.“ Auch für seinen Kapitän Hewitt fand Kyrgios warme Worte: „Er ist der beste Kapitän, den wir jemals hatten. Er unterstützt mich unglaublich.“ Die Stimmung innerhalb des Teams scheint zu stimmen.

Der Weg Australiens ins Halbfinale:
1. Runde: Auswärts vs. Tschechien (4:1), Viertelfinale: Heim vs. USA (3:2)

Das australische Team:
Nick Kyrgios (Einzel: 20./Doppel: 78.), Jordan Thompson (Einzel: 70./Doppel: 79.), Thanasi Kokkinakis (Einzel: 213./Doppel: 195.), John Peers (Einzel: -/Doppel: 2.) – Kapitän: Lleyton Hewitt


Frankreich vs. Serbien

Schlagkräftige Franzosen wollen die Revanche

Im Halbfinale des Davis Cup kommt es zur Neuauflage des Endspiels aus dem Jahr 2010. Damals siegte Serbien mit Novak Djokovic in Belgrad mit 3:2. Da „Nole“ aufgrund seiner Ellenbogen-Verletzung diesmal nicht auflaufen kann, liegt die Favoritenrolle 2017 bei Frankreich – zumal sie im Stade Pierre Mauroy in Lille auch noch Heimrecht haben. Auch ohne Gael Monfils, der nicht hundertprozentig fit von den US Open zurückkehrte, kann Kapitän Yannick Noah auf eine schlagkräftige und vor allem ausgeglichene Mannschaft zurückgreifen. Es wird extrem schwierig für die Gäste, Jo-Wilfried Tsonga und Lucas Pouille in den Griff zu bekommen. Und auch im Doppel sind die Franzosen mit den Spezialisten Pierre-Hugues Herbert (Weltranglistenplatz 8) und Nicolas Mahut (Weltranglistenplatz 5) vorzüglich besetzt.

Der Weg Frankreichs ins Halbfinale:
1. Runde: Auswärts vs. Japan (4:1), Viertelfinale: Heim vs. Großbritannien (4:1)

Das französische Team:
Jo-Wilfried Tsonga (Einzel: 18./Doppel: 194.), Lucas Poille (Einzel: 22./Doppel: 338.), Pierre-Hugues Herbert (Einzel: 66./Doppel: 8.), Nicolas Mahut (Einzel: 109./Doppel: 5.) – Kapitän: Yannick Noah

Krasser Außenseiter: Serbien ohne Djokovic und Co.

Die Serben werden ihren Top-Star Novak Djokovic schmerzlich vermissen. Gemeinsam mit Viktor Troicki fertigte der ehemalige Weltranglistenerste Spanien im Viertelfinale ab. Da auch Troicki und Janko Tipsarevic nicht wirklich fit sind, müssen die Sieger von 2010 mit einer ersatzgeschwächten Truppe ums Final-Ticket kämpfen. Kapitän Nenad Zimonjic vertraut unter anderem auf Dusan Lajovic, Laslo Djere und Filip Krajinovic. Es wäre eine große Überraschung, sollte Serbien Frankreich erneut besiegen können.

Der Weg Serbiens ins Halbfinale:
1. Runde: Auswärts vs. Russland (4:1), Viertelfinale: Heim vs. Spanien (4:1)

Das serbische Team:
Dusan Lajovic (Einzel: 80./Doppel: 279.), Laslo Djere (Einzel: 95./Doppel: 1291.), Filip Krajinovic (Einzel: 111./Doppel: 813.), Nenad Zimonjic (Einzel: -/Doppel: 39.) – Kapitän: Nenad Zimonjic

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