Das Finale des ATP-Turniers in Sydney wird gleich zu einer doppelten Wundertüte. Zwei Spieler stehen im Endspiel, die dort niemand erwartet hätte.


De Minaur begeistert das eigene Publikum

Australien hat schon vor den Australian Open einen neuen Tennishelden. Der ist erst 18 Jahre alt und heißt Alex de Minaur. Die aktuelle Nummer 167 der Welt fegt nur so durch das Heimturnier und ließ große Namen einfach reihenweise links liegen: Verdasco, Dzumhur, Lopez und jetzt Paire. Keiner dieser vier konnte ihn stoppen.

Im Halbfinale gegen den Franzosen zeigte sich der Youngster auch trotz eines Satzrückstandes völlig unberührt. Ganz im Gegenteil sogar, denn de Minaur schaltete plötzlich noch einen Gang höher. Und durfte wenig später nach dem 4:6, 6:1, 6:1 jubeln. In seiner gewohnten Pose: Die Faust auf die Brust, dann der Dank an das Publikum.

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Alleine wie er den Matchball verwandelte, war das Eintrittsgeld auf. De Minaur gibt keinen Punkt verloren, fightet um jeden Ball und bringt gefühlt alles zurück. Und nun steht er ausgerechnet bei seinem Heimturnier im Finale – als erstes 99er Jahrgang überhaupt in der Tennis-Geschichte, der ein ATP-Finale erreicht.

Im Endspiel wartet eine weitere Überraschung

Dort kann sich der Australier dann endgültig in die Geschichtsbücher eintragen. Nie zuvor gab es einen Sieger des Sydney-Turniers, der schlechter platziert gewesen ist als de Minaur. Doch das wird sich nach dem Turnier definitiv ändern, alleine mit dem Halbfinaleinzug verbessert sich der 18-Jähige um rund 40 Weltranglistenplätze. Gewinnt er auch das Endspiel, dann kratzt er an den Top 100.

Ein Wörtchen mitreden möchte da allerdings noch der Russe Daniil Medvedev. Als Qualifikant gestartet, schlug der 21-Jährige auf seinem Weg ins Finale unter anderem Philipp Kohlschreiber. Vor seinem Gegner hat er schon länger großen Respekt, wie Medvedev nach dem 2:6, 6:4, 6:1 gegen Fabio Fognini verriet:

Wir hatten mal ein Camp, als ich eine Art Tiebreak mit Alex gespielt habe. Er war, glaube ich, 15. Ich habe damals schon gesagt: ‚Wow, dieser Junge ist überragend. Er wird ein Guter.‘

Recht sollte er behalten.


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