„Trash Talk“, Linienrichter-Chaos, Kyrgios-Imitationen – nur „Delpo“ bleibt cool.




Kyrgios vs. Linienrichter vs. Schiedsrichter

Langeweile und Nick Kyrgios passen einfach nicht zusammen. Auch im Achtelfinale gegen Juan Martin del Potro hatte der Australier wieder seine berühmten fünf Minuten. Beispiel gefällig? Beim Stand von 4:4 im ersten Satz rief er dem Linienrichter zu:

Du hattest wohl ein Glas zu viel letzte Nacht?

Mit dem Mund war Kyrgios an diesem Freitagmittag in Cincinnati allerdings noch etwas stärker als mit dem Schläger. Trotz ansprechender Leistung verlor er das Premierenduell gegen den „Turm von Tandil“ mit 6:7 (4), 7:6 (6) und 2:6.

Eskalationsstufe II

Im ersten Satz spazierten zunächst beide problemlos durch ihre Aufschlagspiele, bis dem Weltranglisten-18. der Kragen platzte: Schuld war der besagte Linienrichter, der fälschlicherweise in Kyrgios‘ Schlagbewegung hineinrief. Weil Stuhlschiedsrichter Adel Nour nicht intervenierte, eskalierte die Situation. „Crazy“ Nick wurde deutlich:

Du entscheidest hier über mehrere Hunderttausend Dollar, ist dir das bewusst? Wir spielen nicht zum Spaß.

Um die Gemüter wieder zu beruhigen, wurde der Herr an der Linie kurzerhand ausgetauscht. Dem Match hat es nicht geschadet. Wenig später konnte Kyrgios den ersten Breakball des Argentiniers abwehren, hatte aber im folgenden Returnspiel Pech: Die Netzkante verwährte ihm den möglichen Satzgewinn. Im Tiebreak drehte sich der Wind. Del Potro holte sich schließlich den Durchgang, weil er seinen Stiefel seelenruhig runterspielte.

Showman del Potro

Dass der Argentinier auch lustig kann, zeigte er im zweiten Durchgang: Während eines spektakulären Ballwechsels packte „Delpo“ den Kyrgios-Gedächtnisschlag aus: Frontal von hinten durch die Beine. Großartig! Danach mussten beide herzlich lachen. Im folgenden Tiebreak hatte nur der Aussie Spaß. Nach seinem 25. Ass war der Satzausgleich perfekt.

Doch der Zauber verpuffte schnell: 1:0, 2:0, 2:1, 3:1, 4:1, 5:1 – del Potro schaltete plötzlich den Turbo ein. Der Heißsporn aus Canberra holte sich zwar noch ein Spiel, das Match war allerdings längst entschieden.

Für del Potro geht der Arbeitstag am späten Abend weiter. Im Viertelfinale wartet David Goffin. Der Belgier hatte sich glatt in zwei Sätzen gegen Kevin Anderson behauptet.

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