Wenn ein Ballwechsel symbolisierte, mit welch brachialen Vorhänden del Potro Federer in der Nacht in die Knie zwang, war es der, bei dem er Federer wortwörtlich in die Knie zwang.

Es war nicht Federers Tag

Mit Sicherheit war es nicht der Tag von Roger Federer. Ähnlich wie bei vielen seiner Auftritte während dieser US Open, blieb er auch in seinem Viertelfinale gegen Juan-Martin del Potro auf vielen Ebenen unter seinen Möglichkeiten.  Diverse eigene Fehler, gerade auch in den entscheidenden Situationen, öfter als gewohnt auch einfach taktisch falsche Entscheidungen, was Schläge und die eigene Platzposition anging.  Ausnahme war der zweite Satz, als es Federer gelang, mit Slice-Bällen auf die Rückhand den Argentinier aus der Balance zu bringen, um dann selbst mit der Vorhand agieren zu können. Der  zwischenzeitliche Satzausgleich war der Lohn.

Dominanz durch Del Potros Vorhand

Insgesamt aber war die Vorhand del Potros der dominante und entscheidende Schlag der Partie.  Wie „Delpo“ nach dem Match erklärte, war er mit dem Vorhaben in dieses Viertelfinale gegangen, seine Vorhand nicht nur so oft, sondern auch so hart wie möglich einzusetzen. Beides gelang ihm hervorragend.  Bei eigenem Aufschlag konnte er zu 75% als zweiten Schlag seine große Stärke einsetzten. Es hagelte dann immer wieder Schüsse jenseits der 150 km/h Marke.



Symbolisiert wurde der herausragende Stellenwert der Vorhand des Argentiniers in dieser Partie noch einmal kurz vor Ende. Nämlich als Roger Federer bei 3:5 im vierten Satz zu einem Netzangriff ansetzte. Del Potro konterte den Angriffsball des Schweizers mit einem „Schuss“ praktisch durch Federer hindurch, auf den der Maestro nur noch durch ein beherztes Abtauchen und das Heben des Schlägers als „Schutzschild“ reagieren konnte.  Abgefeuert von del Potro nicht etwa etwas unfein nach einem schwachen Ball Federes aus dem Halbfeld, sondern aus einer Position weit hinter der Grundlinie heraus.

Roger Federer,  dem wohl niemand einen Mangel an Reaktions- oder Volley-Fähigkeiten attestieren möchte, wird sicherlich nicht allzu oft in seiner Karriere in so einer Situation durch schieres Tempo so kalt erwischt worden sein.

Juan Martin Del Potro

 

 

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