Verkehrte Welt in Florida: Peter Gojowczyk gab bei eigenem Service kaum Punkte ab. Sein Lohn: der Einzug ins Viertelfinale.

Offensichtlich scheint sich Peter Gojowczyk in der Sonne Floridas richtig wohlzufühlen. Nachdem er sich in seinem Erstrundenmatch gegen Lukas Lacko zurückkämpfen und in drei Sätzen gewinnen konnte, wirkte der Dachauer gegen John Isner selbstbewusster denn je. Der eine oder andere Zuschauer in Delray Beach traute seinen Augen nicht, da der Deutsche ein bisschen in die Isner-Rolle schlüpfte. Bei eigenem Aufschlag ließ er lange Zeit so gut wie überhaupt nichts zu – und fand häufig sogar ein Mittel gegen die „Kracher“ seines 2,05-Meter-Kontrahenten. Seinen Erfolg mit 7:6, 6:7 hatte er sich redlich verdient.

Welch eine Serie: Gojowczyk gewinnt seine ersten vier Aufschlagspiele zu Null

Mit diesem Start ins Match konnte niemand rechnen: Bei heißen 27 Grad und einem relativ starken Wind gelang es Gojowczyk, die ersten vier eigenen Aufschlagspiele zu Null für sich entscheiden – insgesamt legte er also eine Serie von 16 Punkten hin. Sein Gegner brachte im ersten Satz erwartungsgemäß zwar auch sämtliche Aufschlagspiele durch, doch wackelte er mehr als der hochfokussierte „Gojo“.


Ausgerechnet beim Stande von 4:5 aus Sicht des Deutschen unterlief ihm jedoch sein erster Fehler bei eigenem Service zum 0:15. Dennoch gab es für die deutschen Tennis-Fans keinen Grund zum Zittern, denn Gojowczyk ließ sich davon nicht beeindrucken. Der erste Satz musste im Tiebreak entschieden werden. Und hier zeigte sich, dass „Gojo“ an diesem Tag auch die besseren Returns im Gepäck hatte. Das Resultat: ein deutliches 7:3 im Tiebreak zugunsten des Außenseiters.

Der zweite Tiebreak geht an „Big John“

Der zweite Satz verlief für die Nummer 64 der Welt nicht ganz so reibungslos, und dennoch diktierte er das Geschehen. Diesmal durfte nämlich Gojowczyk vorlegen. Bereits bei 3:2 aus seiner Sicht holte er sich seinen ersten Breakball, den er allerdings ungenutzt ließ. Bei 5:4 witterte er die nächste Chance auf den Matchgewinn, da Isner gegen ein 0:30 ankämpfen musste. Doch genau in diesem Moment packte „Big John“ wieder einmal seine besten Aufschläge aus.

Im Anschluss wackelte dann auch „Gojos“ Aufschlag ein wenig, doch der Dachauer blieb cool und konnte den zweiten Tiebreak im Match für seinen Teil schon einmal perfekt machen. Zu diesem kam es dann auch. Das erste Mini-Break ging diesmal jedoch an den US-Amerikaner, der sich deutlich stabiler präsentierte und mit einem 7:4 und dem Satzausgleich belohnt wurde.

Satz drei: „Big Gojo“ wehrt drei Matchbälle ab – und siegt erneut im Tiebreak

Von Beginn des dritten Satz an wendete sich das Blatt ein wenig. Während der 28-jährige Deutsche im ersten Durchgang ein souveränes Aufschlagspiel nach dem anderen abliefern konnte, gab nun sein vier Jahre älterer Gegner das Tempo vor. Beim Stande von 2:2 hatte „Gojo“ Breakbälle gegen sich, kam jedoch noch einmal mit einem blauen Auge davon. Allerdings merkte man ihm in dieser Phase schon an, dass die vorherigen zwei Sätze – sowie die schwierigen Witterungsbedingungen – Kraft gekostet hatten.

Doch der Eindruck täuschte: Beim 5:6 schaffte es „Gojo“, drei Matchbälle abzuwehren und sich tatsächlich erneut einen Tiebreak zu erkämpfen. In diesem ging der erste Matchball dann an Gojowczyk – und tatsächlich konnte er ihn nutzen. Der entscheidende Punkt war sinnbildlich für dieses Match: Die Nummer 64 der Welt spielte mutiger und wurde dafür belohnt. Vor dieser Leistung konnte man nur den Hut ziehen.

Nachdem Gojowczyk also mit John Isner einen Lokalmatadoren besiegen konnte, bekommt er es im Viertelfinale erneut mit einem US-Amerikaner zu tun. Der topgesetzte Jack Sock bekommt es in der Runde der letzten 16 mit dem Wild-Card-Spieler Reilly Opelka zu tun.

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