Emotionaler Fünfsatz-Krimi.

Es waren Bilder, die unter die Haut gingen. Bilder eines tapferen Sportlers, der noch einmal alles versuchte, den Schmerzen aber letztlich Tribut zollen musste. Andy Murray humpelte über den Platz, stützte sich mit leidgeplagter Miene auf seinem Schläger ab und kämpfte bis zum Schluss. Vergeblich!

Nie wieder Melbourne! Murray geht mit erhobenen Haupt

Am Ende musste er sich dem Spanier Roberto Bautista Agut mit 4:6, 4:6, 7:6 (5), 7:6 (4) und 2:6 geschlagen geben. Es war Murrays letzter Auftritt in Melbourne und womöglich das letzte Match einer großen Karriere.

Mit Tränen in den Augen hatte der Brite bereits am Samstag bekanntgegeben, dass sein Körper den Strapazen des Profi-Tennis nicht mehr lange standhält: „Ich bin nicht sicher, ob ich noch vier oder fünf Monate unter Schmerzen spielen kann. Ich möchte es bis Wimbledon schaffen und dann aufhören, aber ich bin nicht sicher, ob ich das machen werde.“

Es wäre ihm zu wünschen! „Braveheart“ Murray riss die Fans noch einmal von den Sitzen. Jeder Punktgewinn des dreifachen Grand-Slam-Siegers wurde frenetisch gefeiert. Als er die Sätze drei und vier im Tiebreak gewann, verwandelte sich die Melbourne Arena in ein Tollhaus.

Große Emotionen in der Melbourne Arena

Danach ließ der 31-Jährige seinen Emotionen freien Lauf. Am ausgelassenen Jubel wurde deutlich, wie sehr Murray diesen Sport liebt. Und wie schwer es ihm fällt, loszulassen. Dennoch sollte es nicht reichen. Dort wo Murray früher seine Stärken ausspielte, war er nun oft chancenlos: Fast alle langen Ballwechsel gingen an Bautista Agut.

In den ersten beiden Sätzen konnte der Schotte nur mit dem Aufschlag dagegenhalten. Sobald „RBA“ die Bälle in die Ecken spielte, schnellte die Fehlerquote in die Höhe. Doch Murray biss auf die Zähne – und kämpfte sich zurück. Kumpel Nick Kyrgios fieberte mit.

Im Entscheidungssatz waren die Energiereserven allerdings endgültig aufgebraucht. Dem ehemaligen Weltranglistenersten kamen die Tränen, als er beim Stand von 1:5 gegen den Matchverlust aufschlug. Nach 4:09 Stunden ging ein denkwürdiges Match zu Ende. Good bye, Andy Murray – hoffentlich nicht für immer!

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