Novak Djokovic zieht mit dem großen Pete Sampras gleich.




Von wegen schnöder Dreisatz-Sieg! Wer es nicht gesehen hat, wird es kaum glauben. Dieses Grand-Slam-Finale war alles andere als ein Langweiler. Vor allem im zweiten Durchgang hatte der Wahnsinn Konjunktur: Eine Stunde und 34 Minuten dauerte dieser irre Satz. Juan Martin del Potro spielte dort Tennis wie zu seinen besten Zeiten.

Bei Djokovic brennt wieder das Feuer in den Augen

Dennoch hieß es am Ende wieder: „Game, Set and Match“ – Novak Djokovic! Der Serbe war der konstantere von zwei starken Finalisten. Mit 6:3, 7:6 (4) und 6:3 pflückte „Nole“ seinen 14. Major-Stern vom New Yorker Nachthimmel. Damit hat er nun genauso viele Grand-Slam-Titel auf dem Konto wie Pete Sampras. Und seine insgesamt dritte US-Open-Trophäe in den Händen.

Unter geschlossenem, aber nicht ganz wasserdichtem Dach, wirkte del Potro zunächst griffiger. Mit zunehmender Spieldauer übernahm der „Djoker“ allerdings mehr und mehr die Initiative. Das gleichmäßige Tempo lullte den Argentinier gewissermaßen ein. Während Djokovic vier Meter hinter der Grundlinie fast alles zurückbrachte, ließ „Delpo“ die nötige Aggressivität vermissen. Folgerichtig ging Satz eins mit 6:3 an den 31-jährigen Großmeister aus Belgrad.

„Delpo“ zeigt Charakter

Del Potro wollte sich hier jedoch nicht sang- und klanglos abfertigen lassen. In seinem ersten Major-Finale seit seinem US-Open-Triumph 2009 schlug der „Turm von Tandil“ mit unvergleichlicher Wucht zurück. Mitte des zweiten Satzes hatte er das Momentum erstmals komplett auf seine Seite gezogen. Neben unwiderstehlichen Vorhand-Hieben saß nun sogar die selten eingesetzte Rückhand-Longline.

Doch die Belohnung blieb del Potro versagt: Knackpunkt war das achte Spiel, das über 20 Minuten andauerte und acht Mal über Einstand ging. Vergebene Liebesmüh! Zwar war Djokovic in dieser Phase der passivere Spieler, dennoch sicherte er sich dieses elementar wichtige Spiel und legte im Tiebreak nach. Begünstigt wurde der Satzgewinn durch zu viele unerzwungene Fehler des Südamerikaners.

Marathon-Satz kommt Vorentscheidung gleich

Der Treffer zeigte Wirkung. Del Potro musste nun seinen Anstrengungen Tribut zollen – der Sprit ging zur Neige. Djokovic indes hatte nun wieder (fast) alles unter Kontrolle. Lediglich ein vermeidbarer Aufschlagverlust beim Stand von 3:2 trübte das Bild. Es blieb eine Fußnote. Nach drei Stunden und 15 Minuten erfüllte sich der „Djoker“ den Traum vom Double aus Wimbledon und US Open. Es folgte der Smash ins Glück, nachdem er sich überschwänglich auf den Boden fallen ließ.

Positiver Nebeneffekt: Am morgigen Montag ist Djokovic wieder die Nummer drei der Welt.

 

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