Tennis-Hochgenuss in der französischen Hauptstadt.

Viel besser geht es nicht! Das 47. Duell zwischen Novak Djokovic und Roger Federer hielt, was es versprach: Hochspannung in fast jedem Ballwechsel, herrliche Netzangriffe und geniale Passierbälle – die Tennisfans bekamen einen echten Leckerbissen serviert.

Gala unterm Pariser Hallendach

Allein der erste Satz dauerte 71 Minuten! Federer hatte seinem ewigen Rivalen alles abverlangt, den Lohn strich allerdings der Serbe ein: Mit 7:6 (6), 5:7 und 7:6 (3) gewann er den Halbfinal-Kracher gegen seinen ewigen Rivalen. Es war der 22. Sieg in Folge für den designierten Weltranglistenersten, der am Sonntag Masters-Titel Nummer 33 einfahren kann.

Dass das Match so viele Highlights beinhaltete, lag auch zu großen Teilen an Federer. Selten war der „Maestro“ im Jahr 2018 besser aufgelegt als an diesem Samstagnachmittag in Paris-Bercy. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit stürmte der 20-fache Grand-Slam-Sieger ans Netz, wodurch Djokovic kaum Zeit hatte, sein dominantes Grundlinienspiel aufzuziehen.

Djokovic legt vor

Erst beim Stand von 3:4 wackelte der Schweizer erstmals so richtig: Vier Breakbälle ließ er zu, vier Mal zog er den Kopf aus der Schlinge. Während Djokovic seine Aufschlagspiele vergleichsweise souverän durchbrachte, musste der Altmeister alles aufbieten. Im Tiebreak war dann Federer zunächst wieder obenauf. Zwei Minibreaks im Rücken sollten jedoch nicht reichen, weil im entscheidenden Moment die Rückhand ihren Dienst versagte. Sowohl bei eigenem Satzball als auch bei Satzball Djokovic patzte der 37-Jährige auf seiner schwächeren Seite.

Der 14-fache Major-Champion hätte Anfang des zweiten Satzes nachlegen können, doch Federer blieb standhaft. Nach insgesamt drei Breakchancen auf beiden Seiten rauschten beide ohne nennenswerte Probleme durch ihre Aufschlagspiele. Erst in der Endphase ging es wieder hoch her – mit dem besseren Ende für den Paris-Sieger von 2011, dem der entscheidende Durchbruch beim Stand von 6:5 aus seiner Sicht gelang. Satzausgleich!

Federer belohnt sich nicht für grandioses Comeback

Federer hatte nun vieles im Griff. Bei eigenem Aufschlag war der Schweizer im dritten Satz eine Bank, während Djokovic als Rückschläger nachließ. Dennoch schnupperte der 31-Jährige erneut mehrfach am Break. Allein die Chancenverwertung bei Breakbällen (0 von 12!) blieb katastrophal. Es kam, wie es kommen musste: Showdown im Tiebreak. Dort stand Federer neben sich. Verzogene Vorhand, Doppelfehler und alles war vorbei aus der Sicht des Weltranglistendritten.

Djokovic durfte nach atemberaubenden 3:03 Stunden den Emotionen freien Lauf lassen. Was für ein Krimi! Im Endspiel wartet der starke Russe Karen Khachanov, der sich im ersten Halbfinale gegen Dominic Thiem durchgesetzt hatte.

 

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