Der dreizehnte Titel bei einem Grand-Slam-Turnier war aus mehreren Gründen ein ganz besonderer für Novak Djokovic. Einer davon heißt Stefan.



Nachdem es geschafft war und sich Novak Djokovic, obwohl er zum Ende des Matches noch ein paar kritische Situationen inklusive fünf Satzbälle des Gegners überstehen musste,  dann doch vierfacher Wimbledon-Champion nennen durfte, war zunächst alles wie immer. Erleichterung und Jubel auf dem Court und und pure Begeisterungin der Box mit seinem Team. Dann das obligatorische Verspeisen einiger Grashalme, das Nole zum Markenzeichen seiner Triumphe beim bedeutensten Tennisturnier der Welt gemacht hat.

Djokovic hat Krisen-Monate voller Zweifel hinter sich

Business as usual war es aber keinesfalls für den Serben. Dazu hat er über viele Monate hinweg, im Prinzip seit seinem Sieg bei den French Open 2016, zu viel erlebt und mitgemacht. Zur Motivationskrise nach dem Karriere-Slam gesellten sich hartnäckige Verletzungsprobleme am Schlagarm. Es gab eine Trennung von seinem gesamten langjährigen Team, ein Intermezzo mit Agassi und Stepanek. Und dann – Ausnahme Boris Becker – die komplette Rolle rückwärts in dieser Causa. Und es gab trotz langsam ansteigender Form die Erkenntnis, dass sich die Rückkehr zu alter Stärke beschwerlicher und langwieriger anließ, als auch der 31-Jährige selbst sich das vorgestellt hatte.

„Ich hatte eine Operation und war für sechs Monate weg von der Tour. Hatte erstmals eine so schwere Verletzung zu überstehen“, blickte Djokovic bei der Siegerehrung auf die jüngere Vergangenheit zurück. Um dann zuzugeben, dass er er „viele Momente des des Zweifels“ durchlebt habe und keinesfalls immer sicher war, sein altes Level wieder erreichen zu können. Ein besondere Genugtuung war es nun, dies ausgerechnet in Wimbledon geschafft zu haben: „Es gibt keinen besseren Ort für ein Comeback“, strahlte der Sieger.

Erstmals kann Sohn Stefan vor Ort mit Djokovic jubeln

Es gab aber wohl auch kaum einen besseren Zeitpunkt, denn erstmals konnte sein Sohn Stefan vor Ort dabei sein, wenn sein Vater für einen großen Titel geehrt wird. „Ich habe so gehofft, dass er das miterleben kann“, sagte Djokovic, den Blick auf seinen vierjährigen Sohn auf der Tribüne gerichtet. „Zum ersten Mal habe ich jemanden, der Papa, Papa schreit. Ich kann nicht glücklicher sein.“

Die vielen Stunden auf dem Platz werden Anderson im Finale zum Verhängnis

Für Gegner Kevin Anderson war der Verlauf des Tages dagegen weit weniger erfreulich. Dem Südafrikaner war die Müdigkeit deutlich anzumerken, gerade in den ersten beiden Sätzen ging schief, was nur schiefgehen konnte. Geradezu symbolisch dafür war der Ball, der dem 32-Jährigen mitten in einem von ihm dominant gespielten Ballwechsel aus der Hosentasche fiel. Der Punkt musste wiederholt werden.

Angesprochen auf die Strapazen des Halbfinales und seine immens lange Gesamtspielzeit von 21 Stunden bis zum Finale über das das Turnier hinweg gab Anderson zu, sich heute definitiv nicht mehr frisch gefühlt zu haben. Um dann aber heraus zu stellen, was allein schon diese Finalteilnahme in Wimbledon trotz des enttäuschenden Ausgangs für ihn und seine Karriere für eine Bedeutung hat: „Ich hätte auch noch mal 21 Stunden gegeben, um in dieses Finale zu kommen.“

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