Katerstimmung bei Roger Federer nach seiner dramatischen Fünfsatz-Niederlage gegen Kevin Anderson.




„Schreckliche Niederlage“ erschüttert Federer

Roger Federer war bedient. Der Titelverteidiger stand bereits mit anderthalb Beinen im Halbfinale, bevor das schier Unglaubliche passierte. Selbst eine 2:0-Satzführung samt Matchball sollten an diesem verrückten Wimbledon-Mittwoch nicht reichen, um Kevin Anderson zu bezwingen.

„Im Moment fühle ich mich furchtbar und total müde. Es ist schrecklich jetzt, diese Niederlage hinnehmen zu müssen. Dieses Match hätte mir nie mehr aus den Händen gleiten dürfen“, sagte der Schweizer später in der Pressekonferenz.

Einen so großen Vorsprung hatte er in seiner Karriere zuvor nur zwei Mal verspielt – 2011 gegen Jo-Wilfried Tsonga ebenfalls in Wimbledon. Und wenige Monate später auch bei den US Open gegen Novak Djokovic. Doch was lief gegen Anderson schief?

Wie abgerissen

„Es gibt nichts, was mich wirklich überrascht hat, weil ich Kevin schon oft in der Vergangenheit spielen sah. Ich denke, ich hatte meine Chancen, also ist es enttäuschend. Aber er war zweifellos konsequent und solide, das muss man respektieren“, so die Erklärungsversuche des 36-Jährigen.

Nach souveränem Start fiel das Spiel des 20-fachen Grand-Slam-Champions peu à peu in sich zusammen. Erst verlor Federer erstmals nach 85 gewonnenen Aufschlagspielen wieder sein Service, dann nach 34 gewonnenen Durchgängen in Wimbledon zum ersten Mal wieder einen Satz. Müdigkeit habe jedoch keine Rolle gespielt: 

„Nein, ich war gut erholt aus der Woche vor Wimbledon. Hatte ein gutes Gefühl auf dem Platz, bewegte mich gut. Ich denke nicht, dass es heute einen Einfluss gehabt hat, dass ich vielleicht zu viel gespielt haben könnte.“

Anderson auf Wolke 7

Deutlich besser war die Stimmung bei Kevin Anderson. Logisch! Schließlich durfte sich der Südafrikaner über den größten Sieg seiner Karriere freuen. „Es fühlt sich großartig an. Ich habe immer daran geglaubt, dass ich so etwas in mir habeIn so eine Situation wollte ich immer kommen“, freute sich der 32-Jährige nach seinem Husarenstück.

Dass er in den vier bisherigen Duellen mit Federer keinen einzigen Satz gewinnen konnte, schob Anderson weit weg: „Ich habe nicht an die Statistiken gedacht und mich nur auf den Moment konzentriert – meine Emotionen hatte ich sehr gut unter Kontrolle.“

Das soll’s noch nicht gewesen sein. Mit einem weiteren Sieg gegen John Isner will der US-Open-Finalist von 2017 in sein zweites Grand-Slam-Endspiel einziehen.

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