Das war Roger at his best!

Genauso wollen die Fans Roger Federer sehen. Nachdem der Schweizer in der Runde zuvor gegen Fabio Fognini einen unspektakulären Auftritt hingelegt hatte, bewies er dem Publikum im Viertelfinale von Paris-Bercy gegen Kei Nishikori, dass er immer noch nichts verlernt hat. Beim 6:4, 6:4 präsentierte er sich deutlich zielstrebiger und eine Klasse besser als gegen den Italiener.

Konzentriert beim Aufschlag, souverän bei den Grundschlägen und hin und wieder mit einem überraschenden Zauberschlag im Gepäck: Dieses Match hatte wieder etwas von den magischen Nächten, wie wir sie von Federer eigentlich gewohnt sind. Konnte Kei Nishikori zu Beginn noch mithalten, wurde von Spiel zu Spiel deutlicher, dass Federer immer einen Tick näher am Break dran war als sein Gegner – auch wenn es das Ergebnis zunächst noch nicht aussagte.

Break zum perfekten Zeitpunkt

Genau zum richtigen Zeitpunkt – und damit typisch für den Maestro – schnappte er dem Japaner das Aufschlagspiel weg und ging mit 5:4 in Führung. Zwar konnte von einem gemütlichen Ausservieren im Anschluss nicht die Rede sein, da Nishikori tatsächlich noch einmal zu einem Breakball kommen sollte, doch die Nervenstärke Federers entschädigte für die kleine Unkonzentriertheit.

Beeindruckend: Kam Rogers erster Aufschlag, konnte dessen Kontrahent diesem so gut wie nichts entgegensetzen – Nishikori gelang nur ein Punkt. Immerhin, wenn man bedenkt, dass er auf seinen ersten Punkt im zweiten Satz bis zur neunten Rally warten musste. Nach dem verlorenen ersten Durchgang ließ der Japaner von Beginn an jeglichen Optimismus vermissen, kassierte direkt ein Break, dem er den gesamten Satzverlauf hinterherlaufen musste.

Federer lässt keine Fragen offen

Genau das kann gegen „FedEx“ eigentlich nicht funktionieren – und funktionierte auch nicht. Letztendlich war der ungefährdete Sieg des Schweizers Balsam für die Seele seiner Fans, die sich bei den vergangenen Turnieren schon die Frage stellten, ob es sich bei den zuletzt teils uninspiriert anmutenden Auftritten ihres Idols nur um ein Formtief handelte oder um ein Idiz, dass es mit der Leistungsfähigkeit des 37-Jährigen langsam bergab geht.

Die Antwort hat Roger Federer in diesem Match in Paris selbst gegeben. Dennoch: Gegen Novak Djokovic im Halbfinale wird auch der Maestro noch eine Schippe drauflegen müssen.