Krimi gegen Benoit Paire: Roger Federer kann die Sensation gerade so abwenden.



Der neunfache Halle-Champion musste im Achtelfinale bis zum Ende zittern. Trotz Satzverlust und der Abwehr von zwei Matchbällen setzte sich Roger Federer mit 6:3, 3:6 und 7:6 (7) gegen Benoit Paire durch. Es war sein sechster Sieg im sechsten Vergleich mit dem Franzosen und der 18 Erfolg auf Rasen in Folge. Bei einer Niederlage hätte Federer die Weltranglistenführung wieder an Rafael Nadal abgeben müssen.

Paire flippt aus

Bereits der Auftakt hatte es in sich: Federer zog seinen Stiefel durch, Paire wütete. Nach ausgeglichenem Verlauf tickte der Heißsporn aus Avignon am Ende des ersten Satzes mal wieder gewaltig aus. Auslöser war das entscheidende Break zum 5:3. Danach schleuderte der 29-Jährige seinen Schläger mehrfach auf den Boden. Paires Wutausbruch ebbte erst wieder ab, als die Satzpause vorüber war.

Dabei hatte das Enfant terrible stark begonnen: Mit seinem Paradeschlag, der beidhändigen Rückhand, ließ er den Favoriten nicht zur Entfaltung kommen. Federer servierte stark, in den Returnspielen konnte er bis zum Break jedoch kaum Druck aufbauen.

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Unerwartete Wende

Wer nun mit einem klaren Zwei-Satz-Erfolg für den „Maestro“ rechnete, musste sich verwundert die Augen reiben: 1:0, 2:0, 3:0, 4:0. Plötzlich lag nicht Federer, sondern Paire mit dem Doppel-Break in Front. Der Mann mit dem Vollbart spielte nun beeindruckendes Tennis. Riskante Netzausflüge wechselten sich mit brillanten Stopps und herausragenden Grundschlägen ab.

Der Titelverteidiger holte sich zwar noch mal ein Aufschlagspiel seines Kontrahenten zurück, den verdienten Ausgleich konnte er indes nicht mehr verhindern. Es war Federers erster Satzverlust überhaupt gegen den 1,96-Meter-Schlaks.

Drama in Satz 3

Im Finaldurchgang gaben sie beide zunächst bei eigenem Aufschlag keine Blöße. Erst beim Stand von 4:4 wurde es kritisch, als Paire einen Breakball abwehren musste. Die Spannung war nun auf dem Höhepunkt. Zwei Matchbälle Federer, zweimal wehrte sich der Franzose erfolgreich. Der Tiebreak musste entscheiden. Und der Wahnsinn nahm seinen Lauf: Diesmal holte sich Paire zwei Matchbälle, doch es sollte nicht reichen. Der Rekord-Grand-Slam-Sieger traf die Linien und durfte nach 1:59 Stunde jubeln. Was für ein Match!

Im Viertelfinale wartet Matthew Ebden. Der Australier hatte sich am Donnerstagmittag gegen Philipp Kohlschreiber durchgesetzt.

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