Seit einigen Stunden stehen die Cracks am heutigen Dienstag auf dem Platz. Wie wichtig und vielschichtig die Vorbereitung bei den Slams ist, schreibt Mats Merkel in seiner ersten Mail aus Flushing Meadows.

Der Begriff Vorbereitung hat f√ľr jeden Spieler eine andere Bedeutung.

Jeder Spieler hat andere Routinen, durch die er/sie geht, bevor das Turnier beginnt. Jeder Spieler hat andere Routinen, sobald das Turnier im vollen Gange ist.

Vor dem Turnier

Zum einen gibt es Spieler die fr√ľhzeitig anreisen, um sich an die Bedingungen zu gew√∂hnen. Dazu z√§hlt nat√ľrlich, sich mit den Pl√§tzen vertraut zu machen — hier bei den US Open sind mit dem neuen Grandstand und dem Dach auf dem Arthur Ashe Stadium dieses Jahr doch einige Neuerungen auf der Anlage. Dies bedeutet, dass der Spieler in der Woche vor dem Grand Slam kein Turnier spielt.

Siehe viele der Deutschen Spieler und Spielerinnen waren bereits die Woche Beginn der US Open in New York.

https://twitter.com/juliagoerges/status/769634803268419584

Zum anderen gibt es Spieler, denen bereits nach einer Woche Training auf der gleichen Anlage die Decke auf den Kopf fällt. Diese Spieler reisen kurz vor Turnierbeginn an, um die sogenannte Wettkampfspannung aufrechtzuerhalten.

https://twitter.com/WTA/status/769658045714599937

Agnieszka Radwanska gewann erst vor 4 Tagen den Titel in New Haven — und will heute mit R√ľckenwind in ihre Erstrundenpartie einsteigen.

Vor der ersten Runde

Auch hier sind die Vorbereitung wieder genauso unterschiedlich wie die Spieler selbst! Einige Spieler konzentrieren sich auf sich und ihre¬†St√§rken, was sie sehr gut k√∂nnen und wie vermieden werden kann, dass der Gegner die Schw√§chen attackiert. Es werden Spielz√ľge trainiert, beispielsweise Aufschlag und erster Ball, oder wie noch versierter wohin aufgeschlagen wird und welchen Return man vom Gegner erwarten kann.

Dann gibt es Spieler, die sich mehr auf die St√§rken und Schw√§chen des Gegners konzentrieren und wie sie diese zu ihrem Vorteil nutzen k√∂nnen. Bei den Damen werden teilweise Sparring-Partner (fest) angeheuert — siehe Dieter Kindlmann bei Maria Sharapova und Sascha Bajin bei Serena Williams und Victoria Azarenka, die die Gegnerinnen imitieren und somit die Spielerin auf das bevorstehende Match noch besser vorbereiten. Bei den Herren gibt es das nur ganz selten. Es werden eher Doppelspieler gefragt oder zu Beginn der zweiten Woche des Grand Slams auch Junioren, da in dieser Zeit das Junioren Event stattfindet.

Vorbereitungsroutinen sind nicht in Stein gemeißelt

So manch ein Spieler passt diese Routinen vielleicht im Laufe seiner Karriere an — das kann aber auch mit dem zust√§ndigen Team oder Erfahrungswerten zu tun haben kann. Der¬†jeweilige k√∂rperliche Zustand des Athleten spielt hierbei auch immer eine gro√üe Rolle. Ist ein Spieler leicht angeschlagen, trainiert dieser eher weniger auf dem Platz und nimmt den Physio in Anspruch; wenn er nicht sogar mit einem eigenen reist, der ihm dabei hilft das ein oder andere noch schnellstm√∂glich aus seinem K√∂rper herauszuholen.

Andrea Petkovic w√§re hier unter anderem zu nennen — vor noch gut vier bis f√ľnf Jahren hat die Deutsche wie fast kaum eine andere Spielerin im Kraftraum gebolzt und auf dem Platz gestanden. Mit den Jahren, Verletzungen wie B√§nderrissen und einemErm√ľdungsbruch im R√ľcken hat die Darmst√§dterin von langen Trainings-Einheiten zu mehreren k√ľrzeren, daf√ľr intensiveren und abwechslungsreicheren Workouts in ihrer Vorbereitung gewechselt.

Nat√ľrlich ist dabei auch das Alter der einzelnen Spieler von Bedeutung. Handelt es sich um einen Routinier, wird dieser bei seinem 30. Grand Slam-Auftritt h√∂chstwahrscheinlich nicht zwei Mal zwei Stunden auf dem Platz stehen und so viele S√§tze wie m√∂glich spielen, sondern sich sehr genau einteilen wie viel On-Court, Rehab oder Fitness gemacht wird.

Serena Williams und Novak Djokovic haben beispielsweise ihre Vorbereitung auf dem Platz vor den US Open etwas sp√§rlicher gehalten — vor allem die US-Amerikanerin war ganz direkt und sagte, dass sie aufgrund ihrer Schulterprobleme nicht viel auf dem Platz stehen konnte.

Im Vergleich dazu stehen die jungen Athleten, die sich am Anfang ihrer Karriere befinden. Viele versuchen hier durch viel Training das Selbstbewusstsein zu steigern und die Nerven vor dem Start gut im Griff zu haben.

 

 

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