Ohne Satzverlust gegen die ehemalige Top-Ten-Spielerin.



Namhaftes Finale

Dieser Turniersieg ist für Tamara Korpatsch mehr als nur ein Achtungserfolg. Mit 6:2, 7:5 gewann die Hamburgerin das Finale im südfranzösischen Biarritz – und das gegen eine Kontrahentin, die alles andere als eine Unbekannte im Damen-Tennis ist. Timea Bacsinszky erreichte bei den French Open bereits zweimal das Halbfinale (2015 und 2017), rutschte zuletzt aufgrund von Verletzungsproblemen in der Weltrangliste jedoch weit ab. Die Schweizerin reiste als Nummer 660 nach Biarritz, ihre Finalgegnerin aus Hamburg wird derzeit als 167. geführt.

Beide Spielerinnen zeigten im Verlauf des ITF-Turniers allerdings, dass sie deutlich mehr können, als es der Weltranglistenplatz suggerieren mag. Während Bacsinszky zuvor seit Juli 2017 kein Match gewonnen hatte und in Frankreich endlich wieder das Siegen-Gen zum Vorschein brachte, marschierte Korpatsch geradezu ins Endpiel. Gegen die eher unbekannteren Gegnerinnen Harmony Tan (Frankreich), Olga Sáez Larra (Spanien), Kimberley Zimmermann (Belgien) und Tereza Smitkova (Tschechien) gab die Deutsche keinen Satz ab.

Fünf Spiele in Folge: Korpatsch dreht den zweiten Satz

Auch im Finale erwischte Korpatsch einen perfekten Start, führte schnell mit 3:0 und ließ sich die Satzführung letztlich nicht mehr nehmen. Vieles deutete auf einen schnellen Durchmarsch der 23-Jährigen hin, ehe ihre sechs Jahre ältere Kontrahenten zu Beginn des zweiten Durchgangs wieder an ihre Leistungen der vorherigen Runden anknüpfen konnte.

Allerdings hielt die Freude über das frühe Break zum 1:0 bei der ehemaligen Top-Ten-Spielerin nicht lange an. Korpatsch meldete sich zurück und konnte zum 2:2 ausgleichen. Danach kippte das Momentum wieder auf die Seite der Deutschen, die schnell ein weiteres Break folgen ließ. Spätestens nach dem 4:2 schien der Bann gebrochen. Bacsinszky wirkte von Spiel zu Spiel kraftloser – auch weil sie lange Turnierverläufe zuletzt nicht mehr wirklich gewohnt war.

Unverhofftes Duell auf Augenhöhe

Doch falsch gedacht: Beim Stande von 5:3 aus Sicht von Korpatsch legte die Schweizerin noch einmal alles in ihr Returnspiel hinein und konnte tatsächlich verkürzen. Die neutralen Tennisfans durften sich nun über ein Duell auf Augenhöhe freuen – mit Hochs und Tiefs auf beiden Seiten. So musste Korpatsch bei 5:5 erst zwei Breakbälle hinnehmen, um im Anschluss das Aufschlagspiel doch noch für sich zu entscheiden. Die vergebenen Chancen wurden danach sofort bestraft und die Deutsche schaffte – im Gegensatz zu ihrer Schweizer Gegnerin zuvor – das entscheidende Break. Der siebte ITF-Titel war für die 23-Jährige damit perfekt.