„Sascha“ klettert die Karriere-Leiter steil empor.

Vom Herausforderer zum ATP-Weltmeister – Alexander Zverev ist 2018 endgültig im Konzert der Großen angekommen. Dass die Entwicklung des 21-jährigen Hamburgers so rasant vorangeht, war indes zu Beginn des Jahres noch nicht zwingend vorhersehbar.

Zverev startet mäßig

Bei den Australian Open musste der junge Deutsche bereits nach der dritten Runde die Koffer packen. Die Fünfsatz-Niederlage gegen Next-Gen-Kollege Hyeon Chung konnte Zverev allerdings mit zwei starken Auftritten gegen Nick Kyrgios und Alex de Minaur im Davis Cup wettmachen.

Es knirschte dennoch im Gebälk. Die Trennung von Trainer Juan Carlos Ferrero sorgte im Februar für viel Aufsehen, da beide Seiten öffentlich nachkarteten. Während der Spanier Disziplinlosigkeiten anmahnte, sprach Zverev von „inhaltlichen Differenzen“.

Sportlich bekam er jedoch schnell wieder die Kurve. Nach der Finalteilnahme in Miami spielte „Sascha“ eine starke Sandplatzsaison: Auf die Titelverteidigung in München folgte eine überragende Woche beim Madrid-Masters, das er ohne Satzverlust gewann.

Glanzvolle Auftritte auf der roten Asche

Nachdem Zverev im Endspiel von Rom sogar Rafael Nadal an den Rand einer Niederlage gebracht hatte, reiste er als Mitfavorit zu den French Open. In Roland Garros war der Youngster allerdings mit seinen Kräften am Ende. Drei Fünfsatz-Schlachten in Folge hatten ihm so sehr zugesetzt, dass Dominic Thiem im Viertelfinale nicht zu bezwingen war.

Der Traum vom Durchbruch bei den Grand-Slam-Turnieren blieb auch in Wimbledon und bei den US Open unerfüllt, wo sich Zverev – wie schon in Melbourne – nach der dritten Runde verabschieden musste.

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Welcome to the team Ivan Lendl

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Der Lendl-Faktor

Abseits der Majors lief es aber weiterhin hervorragend: Den Sieg im Bruder-Duell gegen Mischa in Washington, D.C. veredelte „Sascha“ auch in der US-Hauptstadt mit der Titelverteidigung. Wenige Wochen danach präsentierte Zverev Ivan Lendl als neuen „Super Coach“ an seiner Seite. Mit klaren Vorstellungen:

Ich habe ihn engagiert, um die größten Turniere zu gewinnen.

Gesagt, getan: Nach den Halbfinalteilnahmen in Shanghai und Basel holte der Weltranglistenvierte bei den ATP Finals in London zum ganz großen Schlag aus. Der Rest ist Geschichte. Wer Roger Federer und Novak Djokovic am Finalwochenende ohne Satzverlust in die Schranken weist, kann auch Grand-Slam-Turniere gewinnen.

Es wird spannend zu beobachten sein, ob Zverev die nächste Rakentenstufe bereits 2019 zündet. Mit 58 Siegen in 77 Matches (Bestwert!) hat der Vielspieler allerdings schon in der abgelaufenen Saison bewiesen, dass er über die nötige Konstanz verfügt.

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