Erstes Grand-Slam-Finale in Paris als Saisonhöhepunkt.

Auch 2018 hat Dominic Thiem ein unglaubliches Pensum abgespult. Am Ende standen ganze 74 Matches zu Buche, verteilt auf 23 Turnier und zwei Davis-Cup-Runden. Beachtliche 54 Partien konnte der Österreicher dabei für sich entscheiden, eine Steigerung um fünf Siege gegenüber dem Vorjahr. Überhaupt war er in seiner ganzen Karriere nur 2016 noch etwas erfolgreicher, was die gewonnenen Partien angeht.

Vielspieler und dreifacher Turniersieger

Auch was die Turniersiege angeht, gab es wieder eine klare Steigerung gegenüber dem 2017, als Thiem nur in Rio de Janeiro den Pokal stemmen konnte. 2018 holte er die Titel von Buenos Aires, Lyon und St. Petersburg. In Russland machte er dabei zum ersten Mal einen Turniersieg in der Halle perfekt.

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Immer wieder Nadal

Trotzdem: Noch mehr in der Erinnerung als diese Turniersiege werden vom „2018er-Dominator“ wahrscheinlich drei Turnierauftritte bleiben, die am Ende nicht mal mit dem ganz großen Happy-End belohnt wurden. Beim Masters von Madrid schlug er im Viertelfinale den eigentlich unschlagbaren Sandplatzgott Rafael Nadal mit 7:5, 6:3, musste sich dann aber im Finale Alexander Zverev in zwei Sätzen beugen. Anschließend gab es in Paris einen weiteren echten Karriere-Meilenstein für den 25-Jährigen. Erstmals übersprang er die Hürde „Halbfinale“ bei einem Grand-Slam-Turnier und zog ins Finale ein, wo er dann aber leider doch in drei Sätzen recht unsanft von Nadal aus allen Sieger-Träumen geweckt wurde.

Überhaupt: Duelle mit Nadal sollten sich als wichtige Eckpunkte der Saison erweisen. Nach einer auch bedingt durch die Roland-Garros-Strapazen mäßigen Rasen-Saison und einem diesmal eher wenig erfolgreichen Abstecher auf die rote europäische Asche im Anschluss, spielte sich Thiem bei den US Open erneut zu einem Duell mit dem spanischen Ausnahmespieler. Diesmal prallten die beiden im Viertelfinale aufeinander. Und diesmal war es ein Match auf absoluter Augenhöhe, ein spektakulärer und faszinierender Vergleich zweier Spieler, die aufgrund ihrer Top-Leistung an diesem Abend beide den Sieg verdient hätten.

Die Erfahrung, diese Partie im Tiebreak des fünften Satzes zu verlieren, wird schmerzhaft gewesen sein. Auf längere Sicht sollte das Match Thiem aber vor allen Dingen die Bestätigung gegeben haben, dass er sich auch auf anderen Belägen als Sand mit den ganz Großen der Zunft auf absoluter Augenhöhe messen kann.

Diesmal kein Einbruch bei Thiem

Als weiteres Indiz für eine beständige Weiterentwicklung des Schützlings von Günter Bresnik mag dienen, dass in diesem Jahr der ganz große Leistungseinbruch in der letzten Saisonphase ausblieb. Nach den US Open, also zu einem Zeitpunkt, an dem Thiem in vergangenen Jahren oft kein Bein mehr auf den Boden brachte, gelang ihm der oben schon erwähnte Sieg in St. Petersburg und außerdem auch der Einzug ins Halbfinale des Hallen-Masters von Paris, wo er sich dem späteren Sieger Karen Khachanov beugen musste. Erst bei den Tour Finals in London war dann ein wenig die Luft raus, weil Thiem nur gegen Kei Nishikori ein Sieg gelingen wollte. Den beiden späteren Halbfinalisten Kevin Anderson und Roger Federer unterlag er dagegen in der Gruppenphase des Abschlussturniers.

Thiem als etablierter Spieler der Weltspitze

Dominic Thiem beschließt die Saison als achter der Weltrangliste und hat auch 2018 wieder bewiesen, dass er das Potential hat, sich dauerhaft im erlauchten Kreis der besten Spieler zu tummeln. Einige wenige Aussetzer bei Masters-Turnieren und in Wimbledon und auch eine eher unnötige Niederlage gegen Tennys Sandgren im Achtelfinale der Australian Open haben eine noch bessere Punktausbeute verhindert. Insgesamt hat aber auch dieses Jahr deutlich gemacht: Auf allen Belägen ist der Wille sich weiter zu verbessern vorhanden. Und auf Sand ist mit Thiem sowieso immer zu rechnen. Gerade im Frühjahr in Paris gilt: Sollte Rafa Nadal einmal anfangen Schwächen zu zeigen, ist Thiem einer der ganz heißer Kandidaten dafür, in die Bresche springen zu können.

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