Mona Barthel bewies 2017, warum es sich lohnt zu kämpfen und niemals aufzugeben. Nach langer Zwangspause schaffte sie den Sprung auf Platz 47.

2016 hatte Mona Barthel mit einer rätselhaften Viruserkrankung zu kämpfen. An Tennis war für die 27-Jährige nicht zu denken. Ihr größter Wunsch: Wieder ein normales Leben zu führen und auf den großen Centre Courts das Gefühl eines harten, intensiven Matches zu spüren. Doch ein Comeback schien lange aussichtslos.

Tennis war immer mein Leben gewesen, doch dieses Leben hatte ich nicht mehr. Und es sah so aus, als würde ich es auch nicht mehr zurückkriegen.

Doch die Deutsche bewies im Jahr 2017, dass sie ein riesiges Kämpferherz besitzt. Zurückgefallen auf Platz 187, arbeitete sich Barthel zurück in die Top 50 und gewann ihren langersehnten vierten Titel auf der WTA-Tour – und den hat sie sich mehr als verdient!

Sieg in Prag als Highlight des Jahres

Dass Mona Barthel 2017 wieder zurück auf der Tour stand, könnte man als ein kleines Wunder bezeichnen. Bereits bei den Australian Open zeigte die Deutsche eine großartige Leistung. Mit drei Siegen kämpfte sich Barthel durch die Qualifikation. Spielte sich dann mit Erfolgen über Destanee Aiava, Monica Puig und Ashleigh Barty bis ins Achtelfinale. Nach sechs Siegen in Folge war dann Endstation – in zwei Sätzen unterlag sie der späteren Finalistin Venus Williams.

Es folgte der Höhepunkt des Jahres. In Prag belohnte sich Mona Barthel mit ihrem vierten WTA-Titel. Barthel kämpfte sich in Tschechiens Metropole erst durch die Qualifikation und währte in der zweiten Quali-Runde gegen Jasmine Paolini bereits drei Matchbälle ab. Mit sieben Siegen am Stück fegte die 27-Jährige ins Finale und machte ihren Triumph trotz 0:1-Satzrückstand gegen Lokalmatadorin Kristyna Pliskova perfekt. Überwältigt von ihren Gefühlen, von den Erinnerungen an die schweren Zeiten reckte Barthel den Siegerpokal in die Höhe.

Letztes Jahr war jeder Schritt eine Tortur für mich. Nach zehn Metern war ich völlig erschöpft und jetzt stehe ich hier, als Gewinnerin. Das ist unfassbar

Es war der vierte WTA-Titel in ihrer Karriere, der erste seit drei Jahren. Aber es war vor allem der schönste Sieg, einer, mit dem man kaum noch rechnen konnte, nach all den Schmerzen, Ängsten und Zweifeln im vergangenen Jahr.

Gesundheit steht an oberster Stelle

Mit der Trophäe aus Prag in der Tasche und neuem Selbstvertrauen, glänzte Mona Barthel auch in Rom. Beim WTA-Premier Event spielte sich Barthel mit zwei Siegen wieder einmal durch die Qualifikation. In den ersten beiden Hauptfeldrunden bezwang sie Qiang Wand und Shuai Peng. Im Achtelfinale scheiterte die Deutsche trotz einer 1:0-Satzführung an Elina Svitolina.

Nach einer starken Saison auf der roten Asche, folgte eine kleine Durststrecke an Erstrundenniederlagen. Seit dem Erreichen der zweiten Runde in Eastbourne, konnte Barthel von zwölf gespielten Matchen nur zwei gewinnen. Zuletzt unterlag sie Sorana Cristea in der ersten Runde von Peking. Abgesehen von allen Erfolgen und Niederlagen in den letzten Monaten, das wohl wichtigste Ziel hat Mona Barthel in diesem Jahr erreicht – wieder zurück auf dem Platz zu stehen. Durch ihr riesiges Kämpferherz hat sie sich mit einem weiteren WTA Titel belohnt und zurück auf Platz 47 der Weltrangliste gekämpft. Aufgrund ihres Sprungs in der Rangliste, startet die Deutsche im nächsten Jahr in Melbourne direkt im Hauptfeld. Doch die oberste Priorität wird auch im Jahr 2018 darauf liegen, gesund zu bleiben.

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