Die Tendenz bei „Petko“ zeigt wieder nach oben.

Schwach begonnen, stark aufgehört – Andrea Petkovic erlebte 2018 ein Wechselbad der Gefühle. Lange war die ehemalige Nummer neun der Welt in der Abwärtsspirale gefangen. Die erste Jahreshälfte kam einer sportlichen Bankrotterklärung gleich. Bis zu den French Open konnte „Petko“ lediglich zwei Siege auf der Tour einfahren – darunter ein famoser Dreisatz-Krimi gegen Petra Kvitova in Melbourne.

Tiefsinnig: Petkovic kann mit Niederlagen umgehen

Ansonsten lief kaum etwas zusammen bei der French-Open-Halbfinalistin von 2014. Petkovic ließ allerdings nichts unversucht. Um ihr angeknackstes Selbstwertgefühl aufzupäppeln, ging die Deutsche sogar bei unterklassigen ITF-Turnieren an den Start.

Die Erfolge blieben überschaubar, doch Petkovic hatte längst gelernt, wie man richtig mit Niederlagen umgeht. In ihrer lesenswerten Kolumne in der Süddeutschen Zeitung äußerte sie sich im April zu ihrem Leben als Tennisprofi:

Jeden Montag beginnt ein neues Turnier und fast jedes Mal endet es mit einer Niederlage. Ich bin seit 2007 Tennisprofi und habe sechs Turniertitel in der Tasche. Man muss kein großer Mathematiker sein, um auszurechnen, dass 90 Prozent der Wochen eines Tennisspielers oder einer Tennisspielerin ohne Sieg zu Ende gehen.

Starkes Spätjahr

Zu dieser Zeit stürzte die Darmstädterin bis auf Platz 111 im Ranking ab – der Tiefpunkt war erreicht. Die Trendwende gelang bei den French Open, wo Petkovic erst in der dritten Runde an der späteren Turniersiegerin Simona Halep scheiterte.

Noch besser lief es in Washington. Beim International-Turnier in der US-Hauptstadt stürmte die 31-Jährige nach bemerkenswerten Auftritten gegen Sloane Stephens und Belinda Bencic bis in die Runde der letzten vier. Es folgte ein heißer Herbst mit weiteren Halbfinalteilnahmen in Guangzhou und Linz.

„Petko“ auf dem Weg zurück nach oben

Womöglich wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn Petkovic nicht mal wieder der eigene Körper einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Bei ihrem letzten Saisonauftritt in Luxemburg wurde die formstarke Hessin von einer Oberschenkelverletzung gestoppt.

Dennoch: Rang 64 in der Jahresweltrangliste kann sich durchaus sehen lassen. Vor allem, wenn man bedenkt, wie schwach „Petko“ in die Saison gestartet ist. Im Jahr 2019 soll es dann von Beginn an weiter aufwärts gehen.

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