Doppel-Triumph in Tokio und Achtungserfolge im Einzel.

Jan-Lennard Struff (ATP #57) kann auf ein Jahr zurückblicken, dass von dem einen oder anderen Aha-Erlebnis geprägt war. Vor allem bei den Grand Slams stellte er 2018 persönliche Bestmarken auf – und mit ein bisschen Glück, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.

Doch der Reihe nach! An die Australian Open wird „Struffi“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückblicken. Zwar kam er in den Genuss, ein Match gegen den großen Roger Federer zu bestreiten, doch leider kam dieses Aufeinandertreffen aus Sicht des Deutschen etwas zu früh. Aus diesem Grund musste er bereits nach einer deutlichen Dreisatzniederlage in Runde zwei gegen den Schweizer die Koffer packen.

Frühlingsgefühle in Monte Carlo, Budapest und München

In den folgenden Monaten folgten für den Warsteiner schwierige Turniere, bei denen er in der Regel früh die Heimreise antreten musste. Erst ab April ließen die Ergebnisse einen Aufwärtstrend vermuten. In Monte Carlo erreichte Struff das Achtelfinale, in Budapest und München sogar jeweils das Viertelfinale. Zweimal war für den 28-Jährigen gegen Alexander Zverev Endstation.

Die Aufbruchsstimmung konnte Struff zwar nicht in die French Open hinüberretten (Aus in der zweiten Runde), doch in Wimbledon schlug seine Stunde. Erstmals erreichte er die dritte Runde bei einem Grand Slam. Hätte sich ihm in dieser nicht erneut ein gewisser Roger Federer in den Weg gestellt, wäre es vielleicht noch weitergegangen.

Struff erreicht zum zweiten Mal in Folge die dritte Runde eines Grand Slams

Doch anstatt mit seinem Schicksal zu hadern, griff „Struffi“ bei den US Open erneut an und konnte seinen Erfolg wiederholen. Erneut stürmte er in die dritte Runde eines Majors, fand diesmal jedoch in David Goffin seinen Meister. Immerhin nicht Federer …

Gekrönt wurde das Struff-Jahr mit einem Titel. Was ihm beim Challenger in Pullach im August noch nicht gelang (Finalniederlage gegen Pedro Sousa), sollte im Oktober endlich Realität werden – und das auch noch auf ATP-Niveau. Sein Triumph bei den Rakuten Open in Tokio kam zwar nicht im Einzel zustande, doch auch ein Doppel-Sieg kann entzücken.

An der Seite von Ben McLachlan (Japan) bezwang der Deutsche im Endspiel von Tokio das Duo Raven Klaasen (Südafrika) und Michael Venus (Neuseeland). Bereits im Januar war er mit demselben Partner bei den Australian Open sensationell ins Halbfinale vorgedrungen.