Starker Auftritt gegen die Nummer 14 der Welt.




Kerber hochkonzentriert

Im Viertelfinale kam es zum Aufeinandertreffen mit Daria Kasatkina. Im direkten Vergleich stand es vor dem Match 3:3, zuletzt konnte Kerber die Russin vor zwei Wochen in Eastbourne knapp in drei Sätzen bezwingen.

Der Vorteil der Deutschen: Sie kennt die Bedingungen und den Druck auf dem Center Court bestens, stand bereits zweimal im Halbfinale und einmal im Endspiel. Kasatkina hingegen kam an der Church Road noch nie über die dritten Runde hinaus.

Kerber, die sich um kurz nach 10 Uhr auf Court 14 warmgespielt hatte, kam mit den Bedingungen zum Start deutlich besser zurecht. Knapp zehn Grad war es kälter als am Achtelfinal-Montag, dadurch wurde der Rasen erheblich langsamer.

„Angie“ ließ sich davon allerdings überhaupt nicht verunsichern, sondern holte sich ein frühes Break zum 2:0 – und ließ ein Aufschlagspiel zu Null folgen. Bis zum 3:0 waren nur zehn Minuten absolviert. Kerber spielte mit viel Variante, baute immer wieder Stops ein und hatte jeweils die passende Antwort auf Kasatkinas druckvollen Schläge parat. Die Folge? Die Russin ging noch mehr Risiko, streute allerdings auch immer mehr. Selbst der Anschluss zum 3:4 brachte kaum Sicherheit, sodass Angelique Kerber sich den ersten Satz nach nur einer halben Stunde mit 6:3 sicherte. Verwandelt durch eine völlig frei verzogene Rückhand der Russin. Der Deutschen unterliefen nur mickrige zwei leichte Fehler, weshalb Sky-Kommentator Marcel Meinert bilanzierte:

Das ist ein völlig konstantes Paket, was Angelique Kerber da abliefert.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ging es ähnlich weiter. Wieder zeigte sich die Nummer zehn der Welt sehr konzentriert und machte kaum bis keine Fehler, wieder verschlug Kasatkina eine unbedrängte Rückhand zum Aufschlagverlust. Danach schlich sich auf beiden Seiten etwas Unkonzentriertheit ein, sodass es vom 3:2 aus Kerbers Sicht bis zum 6:5 gleich sechs Breaks in Serie gab. Am Ende hieß es 6:3, 7:5.

Im Halbfinale geht es gegen Jelena Ostapenko, die Dominika Cibulkova ebenfalls in zwei Sätzen mit 7:5, 6:4 besiegte. Dank des Kerber-Erfolgs ist weiterhin ein deutsch-deutsches Finale möglich, denn mit Julia Görges ist noch eine zweite DTB-Spielerin vertreten. „Jule“ trifft in ihrem Viertelfinale auf die Niederländerin Kiki Bertens.

(Ex-)Star trauen Kerber den Titel zu

Lindsay Davenport (USA/Wimbledon-Siegerin 1999):

Eine Spielerin wie Kerber muss man immer auf dem Zettel haben. Sie steigert sich bei den großen Turnieren und kann es schaffen.

Marion Bartoli (FRA/Wimbledon-Siegerin 2013):

Ich habe gegen sie einige Male gespielt. Angelique ist eine großartige Spielerin.

Kim Clijsters (NED/vierfache Grand-Slam-Siegerin):

Ich glaube, Angelique kann das Turnier hier gewinnen. Ihr Aufschlag ist eine Waffe, er kann jeder Gegnerin wehtun.

Conchita Martinez (SPA/Wimbledon-Siegerin 1994):

Wir kennen Angelique alle sehr gut. Das letzte Jahr war nicht einfach, aber sie ist einfach ein Wettkampf-Typ.

 

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