Der 30-Jährige muss ordentlich kämpfen, um sich gegen den Youngster durchzusetzen.

Mischa Zverev wäre sicher auch schon nach zwei Sätzen gerne duschen gegangen. Konnte er in Monte Carlo aber nicht, da er gegen den jungen Kanadier Félix Auger-Aliassime eine Extrarunde drehen musste. Das lag zum einen am Kanadier, zum anderen weil Zverev sich im zweiten Satz etwas zu defensiv in die Ballwechsel begab. Am Ende gewinnt er dennoch mit 6:2, 6:7, 6:1. Ebenfalls im Hauptfeld steht Florian Mayer und das trotz verlorener Qualifikation.

Lehrstunde in Sandplatztennis

Der erste Satz war für den jungen Kandadier Félix Auger-Aliassime eine Lehrstunde in Sachen Sandplatztennis. Nicht etwas, weil Mischa Zverev in diesem Bereich ein ausgemachter Experte ist. Eher weil dieser Untergrund einem Spieler schnell zeigt, was geht und was nicht geht. So musste auch der Auger-Aliassime durch die harte Schule des „Ein-Schlag-geht-noch“ gehen. Während Zverev sehr geduldig und wie von ihm üblich, taktisch klug aufspielte, versuchte sein junger Gegner oft zu schnell auf den Punkt zu gehen.

 


Verzeiht einem der Hartplatz den ein oder anderen Fehler, weil man hier besser mit einem Winner ausgleichen kann, ist Sand da wirklich eine Bremse im Getriebe. Oft genug spielte der 17-Jährige zu Beginn klug, konnte das Level dann aber nicht über den Ballwechsel halten. Drei Breaks kostete ihn diese Erkenntnis. Eines davon konnte er sich zwar von Mischa Zverev zurückholen, doch der blieb in stoischer Ruhe dran und spielte seinen Stiefel zum 6:2-Satzgewinn runter.

Auger-Aliassime kämpft sich zurück

Im zweiten Durchgang zeigte sich Félix Auger-Aliassime geläutert von den Erfahrungen des ersten Satzes. Er brachte sein erstes Aufschlagspiel, auch wenn es eng war, durch. Das vor allem auch, weil er nun versuchte, seine Power besser auf die Schläge zu verteilen und Mischa Zverev damit kontinuierlich unter Druck zu setzen.

 


Auch sein Winkelspiel funktionierte nun deutlich besser. Zwar konnte sich Mischa Zverev den jungen Kanadier eine Weile von Leib halten und mit einem Break in Führung gehen, musste dieses aber kurz vor der Zielgeraden wieder abgeben. Der Deutsche wirkte nun sehr passiv und ließ sich von seinem Gegner sehr oft den Verlauf der Ballwechsel diktieren. Ebenso schnell wie der 30-Jährige noch am Drücker war, war das Momentum auch schon auf seinen Gegner übergegangen. Auch angetrieben vom Publikum holte sich Félix Auger-Aliassime den zweiten Satz mit 7:6.

Zverev setzt sich durch

Doch was für Sandplatztennis gilt, gilt auch für Matches an sich. Man muss sie zu Ende spielen können. Für den jungen Kanadier noch eine Hürde zu viel. Kaum hatte er Zverev in den dritten Satz gezwungen brach sein Spiel ein. Der Deutsche hingegen fand zurück zu seinem Spiel und konnte den Satz mit 6:1 zum Matchsieg nach Hause fahren. Nun wartet auf ihn ein Duell mit dem Franzosen Lucas Pouille.

Florian Mayer trotz Niederlage dabei

Einziger weiterer Deutscher, der heute in Monte Carlo auf dem Court spielte, war Florian Mayer. Der 34-Jährige verlor im Finale der Qualifikation gegen den Bulgaren Ilya Ivashka mit 5:7, 0:6. Trotzdem steht der gebürtige Bayreuther im Hauptfeld. Er profitiert von der verletzungsbedingten Absage von Alexandr Dolgopolov. Neben Florian Mayer und Mischa Zverev sind noch Zverevs Bruder Alexander, Philipp Kohlschreiber, Jan-Lennard Struff und Peter Gojowczyk im Hauptfeld des Turniers.

 

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