Es war ein Endspiel, das niemand so im Vorfeld erwartet hätte. Und wieder begeisterten die beiden Überraschungs-Finalisten mit tollem Tennis.


De Minaur begeistert vor heimischem Publikum

Der 21-jährige Russe (ATP 84) und der 18-jährige Australier (ATP 167) traten mit ihren Leistungen in ganz große Fußstapfen. Sogar mit in die größten, die man sich überhaupt auswählen kann im Tennis. Denn seit dem Endspiel bei den BNP Paribas Open in Paris 2007 zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic hatte es kein „jüngeres“ Finale mehr gegeben.

Und genau so unbeschwert, wie die beiden Youngster ins Endspiel gefegt waren, zeigten sie sich dann auch im Finaltag vor großer Kulisse in Sydney. Für Alex de Minaur war es ein Heimspiel im wahrsten Sinne des Wortes, denn Sydney ist seine Geburts- und Heimatstadt. Im ersten Durchgang zeigte er sich davon beeindruckend gepusht und machte aus einem 0:1 ein 6:1 – in nur 30 Minuten. In Down Under träumten sie schon von einem heimischen Turniersieger. Und Legende Andy Murray lobte via Twitter:

Ich wünschte, ich wäre so erwachsen wie Alex de Minaur auf dem Tennisplatz – eine großartige Einstellung! Ich liebe es, ihn spielen zu sehen.

Doch da hatten sie die Rechnung ohne Daniil Medvedev gemacht. Der Russe, als Qualifikant durchs Turnier gefegt und dabei unter anderem Philipp Kohlschreiber rausgeworfen, schlug zurück. Beim Stand von 3:3 gelang ihm das vorentscheidende Break, danach brachte er den Durchgang sicher nach Hause.

Die Moral von de Minaur schien gebrochen, denn Medvedev zog im dritten Satz über 4:0 auf 5:3 davon. Und der Australier? Kämpfte sich mit einer unfassbaren Moral tatsächlich vom 0:4 bis zum 5:5-Ausgleich zurück. Das Publikum in Sydney stand Kopf, wurde aber letztlich nicht mit dem Sieg des Lokalmatadoren belohnt. Medvedev gewann am Ende mit 1:6, 6:4, 7:5.

Medvedev überzeugt auch bei der Siegesrede

Bei der anschließenden Siegerehrung zeigten sich die beiden Jungprofis dann schon verdammt abgeklärt. De Minaur machte den Anfang und schwärmte:

Es war eine Ehre für mich, dieses Turnier zu spielen. Ich könnte mir einen besseren Platz für mein erstes Finale nicht vorstellen.

Und Daniil Medvedev brachte die Zuschauer bei seiner ersten Siegesrede gar zum Lachen. Er erzählte nämlich, dass seine Freundin zwar gern dabeigewesen wäre – aber das nichts wurde, weil ihr das Visum leider verwehrt wurde.

Wer zuletzt lacht, der lacht am Besten.


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