Nick Kyrgios hat seine größere Erfahrung ausgespielt und im Duell mit Maximilian Marterer in drei Sätzen das Viertelfinale in Stuttgart erreicht.



Maximilian Marterer hat die Überraschung verpasst. Die Nummer 50 der Welt musste beim MercedesCup sich nach hartem Kampf dem Australier Nick Kyrgios (Nummer 24 der Welt) mit 4:6, 6:4, 2:6 beugen.

Kyrgios spielt seine Rasen-Routine aus

Der erste Satz schien lange Zeit so ein wenig „Dienst nach Vorschrift“ für den australischen Favoriten zu sein. Kyrgios‘ Kombination aus Aufschlag und Vorhand-Schuss funktionierte bei seinem ersten Auftritt in Stuttgart gut genug, um sich jedwede Probleme bei eigenen Service vom Leib zu halten. Andererseits verlor der 23-Jährige, wenn der Ball bei Aufschlag Marterer etwas länger im Spiel war, zu oft die Geduld und produzierte Fehler mit seinen Grundschlägen.

Insgesamt wirkte Kyrgios, den auch ein Schnupfen zu plagen schien, unzufrieden mit der eigenen Performance, was er immer wieder den Kopf schüttelnd zum Ausdruck brachte.  Als ihm aber bei 5:4 Führung der Deutsche in seinem Aufschlagspiel mit Doppelfehler und Unsicherheiten auf der Vorhandseite ein paar Geschenke machte, ließ sich Kyrgios nicht lange bitten. Der erste Satzball brachte ihm nach 38 Minuten das 6:4.

Kyrgios in Satz zwei mit sich und der Welt unzufrieden

Im zweiten Durchgang sollte sich dieses Schema zunächst fortsetzen. Bis zum 3:3 brachten beide Akteure ihre Aufschlagspiele ohne größere Schwierigkeiten durch. Dann war es allerdings Kyrgios, der in Probleme geriet. Sich immer häufiger an die Hüfte fassend, musste er zwei Breakbälle abwehren, brachte sein Aufschlagspiel aber schlussendlich mit seinem bereits zehnten Ass sowie einem sehenswerten Vorhand-Stop doch noch nach Hause. Das sollte aber erst der Anfang einer schwierigen Phase für den Australier werden. Im nächsten Aufschlagspiel sah er sich mit gleich drei Breakbällen am Stück konfrontiert. Und konnte diesmal nicht mehr kontern. Das anschließende souveräne Aufschlagspiel Marterers brachte diesem den Satzausgleich gegen einen mehr und mehr lamentierenden Kyrgios.

Ein Volley-Fehler bringt die Vorentscheidung

Der Wimbledon-Viertelfinalist von 2014 schien zu Anfang des Entscheidungssatz teilweise in seiner Beweglichkeit eingeschränkt zu sein. Was einen wie ihn aber nicht unbedingt zu einem ungefährlicheren Gegner macht. Jedenfalls nicht, so lange sein Bemühen, noch schneller als sonst auf den Punkt zu gehen, von Erfolg gekrönt ist. In diesem dritten Durchgang reichte das und seine Erfahrung, um sich bei eigenem Service über Wasser zu halten. Und auch, um dann zuzuschlagen, als Marterer wie im ersten Satz bei eigenem Aufschlag schwächelte.

Und diesmal sogar das Break per katastrophalen Volley-Fehler auf dem Silbertablett servierte. Bei eigenem Aufschlag ließ Nick Kyrgios anschließend nichts mehr anbrennen. Nach einer Stunde und 29 Minuten machte er seinen Einzug ins Viertelfinale perfekt.

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