Sie bleiben die dominierenden Namen des Jahres: Roger Federer und Rafael Nadal stehen nun auch in Miami im Viertelfinale.

Die gefühlte Zeitreise im Herrentennis hält weiterhin an. Mit Roger Federer und Rafael Nadal führen die beiden Veteranen, ja zeitweise gar abgeschriebenen Tennis-Giganten das Rennen nach London an. Federer liegt mit über 3000 Punkten auf der eins, Nadal auf der zwei.

„Abgeschrieben“? Was redet der da, mag sich man einer denken – aber ganz nüchtern betrachtet hatten schon genügend Experten den 30-Jährigen und 35-Jährigen nach deren schwierigen vergangenen Jahren nicht mehr auf der Grand-Slam-Siegerliste gehabt.

In Miami sind nun wieder beide Spieler auf Finalkurs – in der Runde der letzten 16 mussten sich allerdings am Dienstag härter arbeiten.


Federer wackelt sich durch

Gerade beim Schweizer war der Klassenunterschied von dem, was er am Montag gegen Juan Martin Del Potro vorführten und dem, was er gestern gegen Roberto Bautista Agut zeigte, deutlich spürbar. Vor allem beim Return war Federer weniger präzise, die in den letzten Matches beeindruckende Rückhand fand ihr Ziel nicht so häufig und gelegentlich spielte der Australian Open Champion einfach im falschen Moment den falschen Ball. In den entscheidenden Phasen half ihm dann allerdings doch seine Formstärke und auch das momentane Selbstvertrauen wieder aus der Bredouille. In zwei Tiebreaks arbeitete sich der vierfache Vater eine Runde weiter.

Trotzdem darf es nicht verwundern, wenn Federer nach 3 1/2 Wochen Tennis der Spitzenklasse in Indian Wells und Miami vielleicht auch mental einen Tag hat, an dem er nicht immer hellwach ist. Im Viertelfinale trifft der 35-Jährige nun auf Tomas Berdych. Ohne den Tschechen unter Wert zu verkaufen, darf man allerdings getrost sagen, dass der sich gerade gegen die großen Namen wie Federer, Murray, Nadal und Djokovic in den vergangenen Jahren schwerer getan hat als viele andere. Selbst wenn Federer nicht mehr so fit ist wie noch in Indian Wells – gegen Berdych bleibt er der haushohe Favorit.

Nadal gegen Jack Socks Vorhand

Während Federer in den vergangenen Wochen wirklich mit einem hohen Level geglänzt hat, scheint bei Nadal gerade das Selbstbewusstsein wieder zugelegt zu haben – vielleicht auch, weil er endlich wieder einigermaßen schmerzfrei spielen kann. Was das Niveau des Spaniers betrifft, so mag „The Return of Rafa“ in die späten Phasen der Turnier wohl beeindrucken, aber die Vorhand des neunfachen Grand Slam-Siegers tendiert trotzdem noch dazu, wie in den vergangenen Jahren, hier und dort zu kurz zu geraten. Besser als die des Großteils der Tour ist sie allerdings fortwährend.

Gegen Mahut musste Nadal im zweiten Satz in den Tie-Break, aber in die Nähe des Satzgewinns kam der Franzose nie so recht. Mit Jack Sock steht Nadal nun einer der konstantesten Masters-Spieler der Tour gegenüber. Nach Schanghai, Paris und Indian Wells ist Miami bereits das vierte Viertelfinale bei einem 1000er in Folge.

Die beiden einzigen Partie gegen den US-Amerikaner mit der brachialen Vorhand gewann Nadal während eines seiner schwächeren Jahre in 2015.

Feuerwerke auf dem Weg ins Finale

Der Weg in Richtung eines Federer-Nadal-Finals ist da, allerdings nicht so geebnet, wie man vermuten mag. Dazu stehen mit Kyrgios, Zverev und Fognini zu viele schwer zu berechnende Spieler noch im Feld, die am richtigen Tag für sehr viel Ärger sorgen könnten.

Am frühen Abend spielen (ein angeschlagener?) Kei Nishikori und Fabio Fognini um den ersten Halbfinalplatz – Rafael Nadal tritt erst heute Nacht um 3:00 Uhr deutscher Uhrzeit gegen Jack Sock an.

Roger Federer trifft erst morgen auf Tomas Berdych und auch Sascha Zverev und Nick Kyrgios haben noch einen Tag Pause bis zu ihrem mit Spannung erwarteten Viertelfinale.

Roger Federer

 

 

 

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