Über zweieinhalb Stunden dauerte es, aber Alexander Zverev steht nach knappem Sieg über John Isner im Achtelfinale von Miami.

Was für ein Wahnsinn zwischen John Isner und Alexander Zverev.

Der US-Routinier mit dem Riesen-Aufschlag und die deutsche Nummer spielen die volle Distanz in Sätzen und Spielen und am Ende gewinnt mit etwas Mut und Glück der 19-Jährige aus Hamburg. Auf seinem Weg ins Achtelfinale musste Zverev drei Matchbälle abwehren. Einen im Tie-Break des zweiten Satzes, zwei bei eigenem Aufschlag im dritten Satz. 6:7(5) 7:6(7) 7:6(5) hieß es am Ende für den jungen Deutschen.


Ein Drama in drei Akten

Wer heute zwischen Zverev und Isner viele Breaks gesucht hat, der hatte sich im Court oder beim Match geirrt. Mit Ausnahme eines schellen Breaks und Rebreaks im ersten Durchgang hielten beide Spieler ihren Aufschlag in den restlichen 34 Aufschlagspielen. Vor allem Isner zeigt sich dabei im zweiten und dritten Satz hochfokussiert und erlaubte Zverev keinen einzigen Breakball.

Die wahre Geschichte des Matches fand allerdings größtenteils in den Tiebreaks statt. Im ersten Satz leistete sich Zverev zwei unnötige Fehler und Isner zog prompt auf und davon. Vom doppelten Mini-Break und 1-5 Rückstand erholte sich der Deutsche nicht mehr und gab so den ersten Satz mit 5-7 im Tie-Break ab.

Da musste der Frust schon mal raus.

https://twitter.com/doublefault28/status/846478296820961281

Im zwei Satz ging es schnurstracks in Richtung Tie-Break – ohne Breaks oder gar Breakbälle.

Zverev wehrt Matchbälle ab

Der Tie-Break des zweiten Satzes war nach dem ausgeglichenen Verlauf des zweiten Satzes entsprechend knapp. Sowohl der Deutsche als auch der US-Amerikaner kassierten ein Mini-Break und die deutsche Nummer eins musste bei eigenem Aufschlag den ersten Matchball der Partie abwehren. Den entscheidenden Punkt machte Zverev dann aber beim Stand von 7-7 und konnte danach erfolgreich den Satz mit 9-7 beim eigenem Aufschlag zu machen.

https://twitter.com/doublefault28/status/846491560246218752

Der dritte Durchgang war dann an Dramatik kaum zu überbieten. Ausgerechnet beim Stand von 5:4 begann Zverev zu wackeln und erlaubte dem US-Amerikaner zwei weitere Matchbälle, die er um Haaresbreite abwehrte – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Deutsche konnte seinen Aufschlag durchbringen und glich zum 5:5 aus.

Die Entscheidung fand auch im dritten Satz im Tie-Break statt und erneut war es Isner, der eigentlich das Heft in der Hand hatte. Der 31-Jährige lag schnell mit 4-1 in Führung, aber verspielte den Vorsprung mit einem übervorsichtigen Rückhandvolley, den der Deutsche zum Passierball nutzte. Von hier an war alles wieder in der Reihe und Zverev nutzte, im Gegensatz zu Isner, die erste Chance, die sich ihm bot. Der 19-Jährige verwandelte seinen ersten Matchball zum 6:7(5) 7:6(7) 7:6(5) Endstand und gewann sechs der letzten sieben Punkte.

Andenken für einen jungen Fan

Aber nicht nur Zverev selbst freute sich riesig über seinen ganz knappen Einzug ins Achtelfinale von Miami. Der 19-Jährige schenkte einem jungen Zuschauer den demolierten Schläger aus dem ersten Satz.

Im Achtelfinale wartet morgen nun kein geringerer als der Topgesetzte Stan Wawrinka – allerdings nicht vor 23 Uhr deutscher Uhrzeit.

Alexander Zverev

 

 

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