Rudolf Molleker hat seinen Traumlauf beim Challenger von Heilbronn mit dem Turniersieg gekrönt. Er schlägt Jiri Vesely aus Tschechien mit 4:6, 6:4, 7:5.

Das deutsche Herrentennis lebt auch in der Spieler-Generation nach Alexander Zverev. Während sich die Nummer drei  der Weltrangliste in Rom mit Rafael Nadal in einem Masters-Finale duellierte, konnte der erst 17-jährige Rudi Molleker auf Challenger-Ebene sensationell seinen ersten Turniersieg feiern. Molleker, der sich zwar schon Beachtung erspielt hatte, als er sich im letzten Jahr über zwei Qualifikationssiege für das Hauptfeld des ATP Turniers von Hamburg qualifiziert hatte, war bis zum Anfang dieser Woche auf Challenger-Ebene noch komplett sieglos. Mit einer Wildcard ausgestattet setzte er dann in Heilbronn zu einem Husarenritt mit vier gewonnene Matches bis ins Finale an. Heute krönte er dann seine tolle Leistung mit einem unerwarteten Dreisatzsieg über den hochfavorisierten 24-Jährigen Jiri Vesely, dessen Terrain eigentlich die großen ATP-Turniere dieser Welt sind.

Vesely kommt besser ins Spiel

In Satz eins musste der junge Deutsche schnell einem Break hinterher laufen, nachdem er schon beim Stand von 1:1 seinen Aufschlag verloren hatte. Der erfahrene Vesely, der 2015 schon mal die Nummer 35 der Weltrangliste war und zur Zeit die 81 ist, begnügte sich danach damit, seinen Vorsprung sicher zu verwalten. Das reichte zum Satzgewinn mit 6:4 nach 33 Minuten.

Molleker erzwingt mit Kampf und Klasse den Entscheidungssatz

Anschließend bewies Molleker aber seine Kämpfer- und Steher-Qualitäten. Er schaffte ein Break zum 2:0 in Durchgang zwei und lies sich auch nicht davon entmutigen, dass der Tscheche sofort mit einem Rebreak konterte. Erstaunlich abgeklärt meisterte er auch die Herausforderung, sich bei 4:4 einer weiteren Breakchance Veselys ausgesetzt zu sehen. Molleker drehte das Aufschlagspiel, dessen Verlust wahrscheinlich das frühe Ende diese Finales bedeutet hätte, noch zu seinen Gunsten. Um dann anschließend selbst zuzuschlagen. Bei 0-40 konnte Vesely im nächsten Spiel noch zwei Satzbälle abwehren, der dritte Versuch Mollekers saß dann. Das Match ging nach 37 im zweiten Satz gespielten Minuten in den Entscheidungssatz.

Molleker nutzt eiskalt die sich bietende Chance

Hier dominierten elf Spiele lang die Aufschläger. Keiner der beiden Finalisten konnte sich beim Return Chancen erspielen. Bei 6:5 schlug dann aber der Youngster eiskalt zu. Er erspielte sich seine erste Breakchance des Durchgangs, die gleichbedeutend mit den Matchball war. Als Vesely seine Vorhand anschließend seitlich ins Aus setze, war die Sensation perfekt und Molleker konnte nach knapp zwei Stunden Spielzeit seinen Triumph feiern.

Großer Sprung im Ranking

Der Turniersieg in Heilbronn ist nicht nur mittelfristig als Erfahrung Gold wert. Er wird  Molleker auch kurzfristig ganz gewaltig in der Weltrangliste nach oben bringen. Am Montag wird ihn das große Plus an Punkten bis an die Top 300 heran hoch spülen. Die bisherige beste Platzierung seiner noch so jungen Karriere war die Nummer 492.

 

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