Beim Charity-Event „Andy Murray Live“ war Roger Federer für den Gastgeber gestern Abend selbst im Kilt nicht zu bezwingen.

Seit Wimbledon stand Andy Murray nicht mehr für ein öffentliches Match auf dem Platz. Bei seinem eigenen Charity-Event in Glasgow feierte der Schotte gestern Abend sein Comeback. In der Partie gegen Roger Federer hatte er zwar keine Chance, doch immerhin konnte er sich wieder seinen Fans präsentieren. Ganz vom Ergebnis abgesehen sorgten beide Profis für eine großartige Unterhaltung – und natürlich für Geld für einen guten Zweck.


Erstmals seit Wimbledon wieder auf dem Platz

Manchmal dreht sich im Sport nicht alles um das Ergebnis. Bereits im Vorjahr hat der Schotte mit dieser Veranstaltung für hohe Einnahmen für den guten Zweck gesorgt, wie er gegenüber Eurosport verkündete: „Ich wollte schon seit langer Zeit mein eigenes Event veranstalten. Mir ist bewusst, welche Kraft daraus entstehen kann, um viel Geld und Aufmerksamkeit für den guten Zweck zu generieren.“ Neben dem guten Zweck ging es den meisten Fans vermutlich um den Gesundheitszustand von Veranstalter Andy Murray. Der Schotte stand heute Abend nämlich zum ersten Mal seit Wimbledon wieder vor öffentlichen Kameras auf einem Tennisplatz. Völlig untrainiert ging der 30-Jährige aber selbstverständlich nicht in das Match gegen Roger Federer, wie sein Bruder Jamie Murray verriet: „Andy ist seit einiger Zeit mit seinem Team im Gym, um an der Rückkehr auf den Tennisplatz zu arbeiten. In den vergangenen drei Wochen haben sie wieder Bälle geschlagen und sich auf Glasgow vorbereitet.“ Dennoch war deutlich zu sehen, dass der Schotte noch lange nicht wieder der Alte ist. Obwohl Murray immer etwas hüftsteif wirkt – auch in gesundem Zustand – schien er gestern noch immer unter seiner Verletzung zu leiden.

Federer locker zum 6:3

Bereits früh war zu erkennen, dass die Zuschauer heute – unter ernsten Bedingungen – kein Match auf Augenhöhe zu sehen bekommen würden. Roger Federer präsentierte sich vor den ATP Finals voll im Saft, während Andy Murray unrund lief und wenig fit wirkte. So ging der erste Durchgang mit einigen Highlights mit 6:3 an den Schweizer.

Nach Durchgang #1 kam es zum Highlight des Abends, denn die beiden gaben ein kurzes Interview live on court. Zuerst wurde der Gast zum Mikro gebeten: „Es macht echt Spaß hier. Danke für die Einladung. Ich war noch nie hier in Schottland. Schön, dass Andy wieder auf dem Platz ist. Es ist eine tolle Atmosphäre und alles ist für einen guten Zweck.“ Verwundert war man aber, dass der Schweizer hier in Schottland nicht in einem landestypischen Kilt angetreten war. Darauf entgegnete der Schweizer selbstsicher: „Das Match ist ja noch nicht vorbei. Wenn mir jemand einen Kilt bringt, ziehe ich einen an.“ Diese Steilvorlage nahm Andy Murray natürlich sofort auf: „Leute, wir müssen irgendeinen kilt finden. Das müssen wir hinkriegen. Ich habe vielleicht keine Chance zu gewinnen, aber das will ich sehen.“

Der Gentleman gönnt dem Gastgeber einen Match-Tiebreak

Nach dem Interview hat es nicht lange gedauert, bis plötzlich jemand mit einem Kilt am Spielfeldrand stand. Eine Frau aus dem Publikum hat sich ihren Kilt ausgezogen und einen Pullover um die Hüfte gebunden. Mit dem Kilt in der Hand stand sie nun vor Roger Federer. Der Schweizer ließ sich unter dem Beifall der Zuschauer neu einkleiden. Das folgende Servicegame absolvierte der Schweizer also in einem originalen Kilt einer echten Schottin. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, dennoch seinen Aufschlag durchzubringen. Danach ging es in seiner richtigen Uniform weiter – und mit seiner typischen Art. Denn natürlich gönnte er dem Gastgeber auch seinen 6:3-Satzgewinn. So ging es in den entscheidenden Match-Tiebreak, in dem Murray zeitweise einen Zuschauer für ihn spielen ließ. Beim Seitenwechsel hatte Federer für Murray noch Schottenmütze mit integrierten Haaren parat, die der Lokalmatador bereitwillig aufzog. So lustig das ganze Spektakel auch war – irgendwann musste es zu Ende gehen. Der Match-Tiebreak ging mit 10:6 an Federer. Gewonnen haben an diesem Abend aber alle.

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