Die Spieler-Trainer-Kommunikation sorgt für gute Laune.

Bei den Damen auf der WTA Tour ist das erlaubte Gespräch zwischen Profi und Betreuer mittlerweile die Regel mit der Ausnahme bei den Grand Slams, die ATP ist sich dagegen immer noch nicht vollständig einig, ob und wie das Taktik-Gespräch zwischen Trainer und Spieler implementiert werden soll.

In Mailand, wo bei den Next Gen ATP Finals ja diverse Regelvarianten erprobt werden, erlaubt man in diesem Jahr wieder die Kommunikation zwischen Spieler und Coach in allen Satzpausen via Headset, die auch vom TV-Zuschauer verfolgt werden kann. Am ersten Tag sorgte das für viel gute Laune. Und auch für den Beweis, dass man auch tatsächlich Nutzen aus den Coaching-Tipps ziehen kann. Zumindest zeitweise.

Nainkins Tipps helfen Taylor Fritz.

Nach einem verlorenen ersten Durchgang gegen Andrey Rublev wusste der Betreuer des Amerikaners Taylor Fritz ganz genau, was im Spiel seines Schützlings fehlte: Die Rückhand die Linie herunter.

Der Taktik-Tipp wirkte fast drei Sätze lang, an deren Ende Fritz im Tiebreak des vierten Satzes nah am Matchgewinn war. Erst als Rublev sich aus dieser brenzligen Situation heraus rettete, verlor Fritz seine taktische Disziplin wieder bzw. leistete sich so viele Fehler, dass das Match zurück in Richtung des Russen kippte.

Gespräche im Gute-Laune-Modus

Ansonsten ist auch im zweiten Jahr der Erprobung auffällig, in welch entspannter Atmosphäre die Gespräche stattfinden. Ob es nun an den besonderen Umständen des Turniers in Mailand liegt oder daran, dass die Trainer vor allen Dingen dafür sorgen wollen, dass ihre jungen Schüler mit einer positiven Einstellung auf den Platz zurückkehren: Es wird geflachst und gelacht, was das Zeug hält, nicht nur bei Fritz und Nainkin, sondern auch bei Rublev und seinem Coach Fernando Vicente.

„Ich schwitze mein Headset total voll“

Fritz fand sogar die Zeit, sich über die Spieler, die nach ihm auf den Platz mussten, Gedanken zu machen. Er hoffe, dass die Headseats ordentlich gereinigt werden, gab der amerikanische Jungprofi ob seiner eigenen Schweißentwicklung lachend zu Protokoll.

Tsitsipas ist kritisch

Unter alle den jungen Spielern, die dem erlaubten Coaching scheinbar positiv gegenüber stehen, gibt es aber auch eine Ausnahme. Ausgerechnet der Grieche Stefanos Tsitsipas, der als Nummer 15 der Welt die meisten Erfolge aller Mailand-Teilnehmer aufweisen kann, mag sich mit dem Gimmick nicht so recht anfreunden: „Ich finde, der Spieler sollte für sich selbst Lösungen entwickeln“, sagte der 20-Jährige nach seinem ersten Gruppenspiel zum Thema. Und „outete“ sich damit zumindest in dieser Frage als absoluter Tennis-Traditionalist.

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