Andrea Petkovic kann viele Chancen nicht nutzen und steht am Ende mit leeren Händen da. Mona Barthel dagegen steht im Achtelfinale von Nürnberg.

Kämpferisch kann man Andrea Petkovic wenig vorwerfen, auch spielerisch sah das in vielen Phasen der Partie gegen die Rumänin Sorana Cirstea (Nummer 45) gut aus. Zum Ende hin wird bei Petkovics 6:2, 6:7, 6:7 Niederlage aber deutlich, was der ehemaligen Top-10-Spielerin zur Zeit im Vergleich zu den besseren Phasen ihrer Karriere abgeht.

Satz eins: Petkovic überzeugt

Gegnerin Cirstea hatte zuletzt in WTA-Hauptfeldern auch nicht gerade Bäume ausgerissen. Petkovic allerdings hat zur Zeit als 103. der Welt sogar Schwierigkeiten, diese Hauptfelder überhaupt zu erreichen, weil sie oft durch die harte Qualifikations-Mühle muss. Entsprechend war sie in den letzten Wochen vermehrt auf ITF-Ebene unterwegs, um Spielpraxis und Selbstvertrauen zu bekommen. In Nürnberg hatte ihr eine Wildcard direkten Zutritt zum Hauptfeld verschafft. Nach einer kurzen Abtast-Phase zu Beginn des Matches dominierte die Darmstädterin ihre Gegnerin im ersten Satz mehr und mehr. Im Bemühen, dagegen zu halten, unterliefen der Nummer 45 der Welt auch diverse Eigenfehler. Bei 2:5 konnte sie zunächst noch drei Satzbälle abwehren, mit dem vierten holte sich Petkovic aber hochverdient den ersten Durchgang.

Petkovic lässt Cirstea zurück ins Match

Als die Deutsche auch im zweiten Satz mit ihrem überzeugenden Tennis fortfuhr und mit 2:0 in Führung ging, schienen die Weichen schon deutlich auf Sieg gestellt zu sein. In der Folge half Petkovic der Gegnerin aber mit etwas mehr Streuung wieder zurück ins Match. Spätestens als diese mit 4:2 in Führung ging, musste man sich erstmals Sorgen um Petkovic machen. Plötzlich gelang Cirstea, was zuvor mehr als einen Satz lang das Erfolgsrezept Petkovics gewesen war: Das Spiel aus der Platzmitte heraus zu dominieren und die Gegnerin laufen zu lassen. Petkovic überstand diesen kritischen Moment zunächst und fand zu ihrem Spiel zurück. Das nun ausgeglichene Spiel ging in den Tiebreak. Der wurde dann aber zu einer klaren Sache zugunsten der Rumänin. 7-3 hieß es am Ende. Der dritte Satz musste entscheiden.

Am Ende ist es eine Frage der Nerven

Hier nahm die Berg- und Talfahrt dann weiter ihren Lauf. Zweimal konnte Petkovic vorlegen, zweimal schaffte Cirstea das direkte Rebreak. Danach lief das Match ohne weitere Aufschlagverluste auf einen zweiten Tiebreak zu. Wie so oft in diesem Match schien hier Petkovic erst die besseren Karten zu haben, wie so oft in letzter Zeit spielten ihr die Nerven einen Streich. Nach einer 5-3 Führung gelang ihr, den Sieg vor Augen, kein einziger Punktgewinn mehr. Zwei Stunden und 42 Minuten Kampf erwiesen sich als frustrierend vergebene Liebesmüh.

Barthel als einzige Deutsche im Achtelfinale

Schon zuvor hatte sich in einem rein deutschen Duell, das gestern kurz nach Ende des ersten Satzes vom Gewitterregen gestoppt worden war, Mona Barthel (Bad Segeberg) gegen die Hamburgerin Carina Witthöft mit 7:5, 6:3 durchgesetzt. Im Achtelfinale trifft die letzte verbliebene nationale Teilnehmerin in Nürnberg nun auf die an Nummer drei gesetzte Niederländerin Kiki Bertens.

 

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