Nadal und Halep holen den Titel in Paris und verteidigen damit auch ihre Weltranglistenführung. Für andere ist der Blick aufs Ranking heute ein bitterer.




Das System der Weltranglisten im Tennis hält die Profis in einem echten Hamsterrad. Weil genau die erspielten Punkte der jeweils letzten 52 Wochen ins Ranking einfließen, gilt für alle: Gerade wer richtig gut spielt, hat genau ein Jahr später den Druck, viele Punkte verteidigen zu müssen. Wer das kann, behält seinen Platz in der Profi-Hackordnung. Ansonsten droht der Absturz.

ATP: Nadal verteidigt die Nummer eins – Murray und Wawrinka stürzen weiter ab

Beide Varianten findet man heute verwirklicht, wenn man sich die Spitze der ATP-Rangliste ansieht. Der Vergleich mit den Vorwochen ist recht unspektakulär. Keine Veränderung bei den Top-3, weil Rafael Nadal durch seine Titelverteidigung den knappen Vorsprung auf Roger Federer erhält und Alexander Zverev trotz Viertelfinalteilnahme noch mehr als 2700 Punkte von diesem Duo entfernt ist.  Auch dahinter gibt es gegenüber der Situation vor Roland Garros nur kleine Veränderungen. Juan Martin del Potro steigt um zwei Plätze und ist jetzt Vierter, Dominic Thiem bringt seine Finalteilnahme gar nur einen Platz nach oben auf die Nummer sieben.

Schaut man sich die Spitze der Rangliste allerdings im Vergleich zum Vorjahr an, ist die Veränderung dramatisch. Damals war Rafa nach seinem Triumph in Paris wieder die Nummer zwei der Welt.  Als seine direkten Ranglisten-Nachbarn grüßten aber auf eins und drei Andy Murray und Stan Wawrinka. Wawrinka war vor einem Jahr Finalgegner von Nadal, der Schotte Murray hatte immerhin das Halbfinale erreicht. Seitdem kämpfen beide mit Verletzungsproblemen und haben seit dem Wimbledon-Turnier des vergangenen Jahres im Falle von Wawrinka nur sporadisch und im Falle von Murray sogar gar nicht mehr ins Turnier-Geschehen eingegriffen. Die Folgen bilden sich jetzt in der Rangliste recht dramatisch ab.  Murray ist nur noch die 157 der Welt, Wawrinka ist mit Platz 263 noch etwas schlechter bedient.

ATP: Marterer grüßt als Top-50-Spieler

Aus deutscher Sicht erfreulich ist der Sprung, den Maximilan Marterer durch seinen Run bis in die vierte Paris-Runde gemacht hat. Er steigt um ganze 20 Plätze auf die Nummer 50.  Noch mehr Boden gut gemacht hat natürlich der Überraschungsspieler des Turniers, Marco Cecchinato. Der italienische Halbfinalist springt um 45 Plätze hoch auf die Nummer 27 und muss sich mittelfristig überhaupt keine Sorgen mehr darüber machen, in die Hauptfelder aller Turniere zu kommen.

WTA: Halep wehrt die Angriffe ab

Analog zu Rafael Nadal bei den Herren hat auch Simona Halep ihren Platz an der Sonne der WTA-Rangliste erfolgreich verteidigt. Anders als der Spanier allerdings nicht nur im Fernduell, sondern auch durch den Sieg auf dem Platz im direkten Vergleich mit Garbine Muguruza.  Und endlich ist sie eine Eins ohne das Sternchen „kein Grand-Slam-Erfolg“.  Daneben tut sich ganz oben nicht viel. Sloane Stephens ist die einzige, die durch ihre Finalteilnahme um sechs Plätze auf die Nummer vier nach oben springt und dadurch einige Profi-Kolleginnen um eine Position nach unten drückt.

WTA: Kerber und Görges in Lauer-Stellung

Angelique Kerber verbleibt trotz eines guten Grand-Slam-Turniers auf Sand knapp außerhalb der Top 10, Julia Görges ist jetzt zwei Plätze hinter ihr auf der Nummer dreizehn. Damit  gibt es wieder mal einen Wechsel zwischen den beiden als deutsche Nummer eins. Genau dazwischen reiht sich Jelena Ostapenko ein, die die Punkte ihres Triumphs von 2017 eingebüßt hat und dadurch sieben Plätze verliert. Genau sieben Plätze gut macht dagegen Maria Sharapova etwas weiter hinten. Sie ist jetzt die Nummer 23 und pirscht sich – wenn auch deutlich langsamer als erwartet – wieder an alte Ranglisten-Gefilde heran. Freuen kann sich auch Andrea Petkovic trotz des etwas unglücklichen Endes ihrer Partie gegen Simona Halep.  Die Punkte für zwei gewonnene Grand-Slam-Runden spülen die Deutsche um 20 Plätze nach oben. Sie ist jetzt 87. der Welt und damit endlich mal wieder deutlich in den Top 100.

Das Ranking der Deutschen:

ATP
Alexander Zverev 3 (+- 0)
Philipp Kohlschreiber 22 (+ 2)
Peter Gojowczyk 41 (+ 2)
Maximilian Marterer 50 (+ 20)
Mischa Zverev 54 (+10)
Jan-Lennard Struff 65 (+ 6)
Florian Mayer 85 (+5)

WTA
Angelique Kerber 11(+ 1)
Julia Görges 13 (-2)
Carina Witthöft 51 (- 14)
Tatjana Maria 79 (-15)
Andrea Petkovic 87 (+ 20)

Das Ranking der Österreicher:

ATP
Dominic Thiem 7 (+ 1)
Gerald Melzer 109 (+ 2)

WTA
Barbara Haas 201 (- 11)
Julia Grabher 213 (+17)

 

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