Mühevoller Dreisatzsieg gegen den Tokio-Sieger.



Roger Federer hat den „Wiedereinstieg“ ins Wettkampftennis auf der ATP-Tour mühevoll aber erfolgreich geschafft. Bei seinem ersten Match (abseits des Laver Cups) nach seiner frühen Niederlage bei den US Open gegen John Millman (Australien) setzte sich der Weltranglistenzweite in Shanghai gegen den Russen Daniil Medvedev mit 6:4, 4:6, 6:4 durch.

Bei seiner Niederlage in New York hatte der Schweizer noch mit den äußeren Bedingungen zu kämpfen gehabt, heute war in dieser Hinsicht dagegen alles nach dem Geschmack des „Maestros“ angerichtet: Moderate Abendtemperaturen in Shanghai. Und dazu ein Belag, der als einer der schnellsten auf der Tour gilt. Optimal also, um das aggressive Spiel des 37-Jährigen aufzuziehen.

Allerdings: Einen von der Papierform her einfachen Gegner hatte die Auslosung für Federer im ersten Match nun wirklich nicht hervor gebracht. Der 22-jährige Daniil Medvedev hatte in der letzten Woche aus der Qualifikation heraus das Turnier von Tokio gewonnen. Und dabei mit Siegen über Schwartzman, Raonic, Shapovalov und Nishikori für Furore gesorgt. Nach einem weiteren Sieg vor Ort in Shanghai schwamm die 22 der Welt also auf einer acht Partien andauernden Erfolgswelle.

Federer mit dem Break zur rechten Zeit

Und Medvedev wurde nach einem etwas nervösen Start auch seinen Vorschusslorbeeren gerecht, als er ein ganz frühes Break Federers recht schnell wieder egalisierte und in der Folge gut mit dem zwanzigfachen Grand-Slam-Sieger von der Grundlinie mithielt. Dann aber lief es ab 4:4 so ab, wie man es aus hunderten Federer-Matches kennt. Während sich Medvedev im Angesicht der Satz-Entscheidung den einen oder anderen Fehler leistete, ging sein erfahrener Gegner mit noch einem Tick mehr Engagement und Konzentration zu Werke. Zwei Spiele später war der Satz mit 6:4 für Federer eingetütet.

Medvedev mit Zauberschlag – und dem Satzausgleich aus dem Nichts

Im zweiten Durchgang dominierten beide Spieler dann zunächst noch ein wenig mehr in ihren eigenen Aufschlagspielen. Bis kurz vor das Satzende gelang keinem von beiden ein weiteres Break. Gerade Federer gab sich in dieser Phase kaum noch eine Blöße, auch wenn Medvedev regelmäßig seine Klasse aufblitzen ließ.

Ein Satzball für den Russen bei 5:4 aus seiner Sicht kam so mehr oder weniger aus dem Nichts. Der Russe nutzte die eine sich bietende Chance dann aber eiskalt und kam so zum Satzausgleich.

Am Ende setzt sich Rogers Routine durch

Die Partie hatte eine Wendung erfahren, die kurz zuvor wohl kaum ein Beobachter erwartet hatte. Zu Beginn des dritten Satzes musste sich Federer dann sogar mit aller Kraft dagegen wehren, direkt ein weiteres Break zu kassieren. Der Titelverteidiger in Shanghai stemmte sich jedoch erfolgreich gegen den drohenden frühen Rückstand im Entscheidungssatz. Den Satz und damit das Match selbst frühzeitig in seine Richtung drehen konnte er aber auch nicht. Dafür war Medvedev nun zu stark und Federer selbst oft nicht zwingend genug. So steuerte das Duell auf eine weitere enge Satzentscheidung zu. Und in der sollte dann wieder die Routine Federes den Ausschlag geben. Wie in Satz eins holte er sich das entscheidende Break bei 4:4, um anschließend erfolgreich auszuservieren.

In der dritten Runde des vorletzten Masters-Turniers der Saison bekommt es Federer nun mit dem Spanier Roberto Bautista Agut (ATP 28) zu tun. Der benötigte heute ebenfalls drei Sätze, um sich letztlich doch gegen Mackenzie McDonald aus den USA durchzusetzen.

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