Diese Laura Siegemund macht einfach richtig Spaß. Die Deutsche besiegte die Nummer neun der Welt mit einem beherzten Auftritt.

Gegen Svetlana Kuznetsova stand letztlich ein 6:4, 6:3 auf dem Scoreboard.


Wieder ein Marathon-Satz

Und was wäre ein Match von der Deutschen ohne einen – zumindest kleinen – Marathon? Gibt es quasi nicht. So entwickelte sich der erste Durchgang wieder zu einem Kaugummi-Satz. Schon Siegemunds erstes Aufschlagspiel dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ging siebenmal über Einstand, ehe die Russin ihren siebten Breakball zum 1:1 nutzen konnte. Auch in der Folge blieb der Durchgang von langen Aufschlagspielen geprägt. Bis zum 4:1 für die Nummer 49 der Welt war eine satte Dreiviertelstunde gespielt, beim 4:3 stand eine Stunde auf der Uhr. Letztlich dauerte der erste Satz 71 Minuten, ehe Siegemund – ungewohnt flott – mit einem Ass zum 6:4 verwandeln konnte.

Im zweiten Satz ging es dann plötzlich so rasant weiter. 1:0, 2:0, 3:0, 4:0 – Laura Siegemund hatte es auf einmal mächtig eilig. Dann kämpfte sich die Nummer neun der Welt aber zurück in das Match, hatte Spielbälle zum 4:5. Doch die 29-jährige Fed-Cup-Spielerin aus Filderstadt wollte es dieses Mal nicht so spannend machen wie sonst immer, sondern verwandelte letztlich ihren dritten Matchball zur Überraschung.

Siegemund könnte Kerber helfen

In der kommenden Runde geht es entweder gegen CoCo Vandeweghe oder Karolina Pliskova. Die Tschechin ist leichte Favoritin in diesem Match, in Stuttgart an Position zwei gesetzt. Mit Blick auf die nahe Zukunft wird sie die ärgste Verfolgerin von Angelique Kerber um die Weltspitze sein, daher könnte Siegemund der Fed-Cup-Teamkollegin mit einer Überraschung einen Gefallen tun. Und natürlich auch sich selbst sowie dem Stuttgarter Publikum, denn mit Auftritten wie gegen Kuznetsova kann Laura nur begeistern.

 

Angelique Kerber

 

 

 

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