Jedes Jahr beginnt in Rom aufs Neue das Schwärmen über den Pietrangeli – und alle Top-Stars wollen auf den „dritten Platz“.

Wer schon einmal in Rom am Foro Italico war, der weiß, warum das Turnier vermutlich mit die beste Fan-Experience bietet: Das Turnier ist eingebetten zwischen dem Tiber und einem Hügel, Steinkiefern säumen den Weg entlang des Geländes, das während Mussolinis Hochzeiten in den dreißiger Jahren errichtet wurde. Gebaut während des Faschismus, jetzt vielleicht der Tennis-Pilgerort vieler europäischer Fans. Etwas merkwürdig wird das immer bleiben und vergessen sollte man es nicht.

„Die Fans und die Italiener sind verrückt nach Tennis“

Allerdings verfügt das Turnier wohl über eine der wertvollste Tennis-Perlen der Welt: der ehemalige Centre Court „Stadio Pietrangeli“ liegt mitten im Areal, eingelassen zwischen an die Antike erinnernden Statuen. Weißer Marmor, grüne Bäume, roter Sand, oft weit mehr als 3000 Zuschauer, die sich um den „Platz der Römer“ sammeln – und die Italiener strömen täglich in Massen zum Turnier und seinen vielen Plätzen, denn wie es bereits Angelique Kerber sagte: „Die Fans und die Italiener sind verrückt nach Tennis.“

Nach dem steilen, wie ein Amphitheater anmuten Campo Centrale und der fast traurig wirkenden Next Gen Arena, der es an jeglicher Atmosphäre und Wärme fehlt, ist der Pietrangeli eigentlich nur der „dritte“ Court in Rom. Es langt einen „Ground’s Pass“ zu kaufen, um die allerbesten Spieler der Welt zu sehen.

Gestern schlugen bereits Simona Halep, Caroline Wozniacki, Juan Martin Del Potro und Novak Djokovic dort auf, heute gibt sich Alexander Zverev die Ehre.

„Ich war so froh, dass ich gehört habe, dass ich auf dem Pietrangeli spiele – in Europa ist das für mich der schönste Platz aller Turniere. Die Atmosphäre und die Stimmung ist ganz speziell – die Leute sind so nah“, sagte beispielweise Simona Halep nach ihrem Sieg über Naomi Osaka.

„Einmalig, phänomenal“

Novak Djokovic war in den letzten Jahren immer Stammgast auf dem Campo Centrale – am Mittwoch in Rom schlug er nach langer Zeit wieder auf dem ehemaligen Centre Court auf.

„Die Atmosphäre war einmalig, phänomenal. Es ist einer der schönsten Tennisplätze der Welt. Ich habe da tolle Erinnerungen und es ist auch schön, vor den Leuten zu spielen, die keine Centre Court Tickets kaufen.“

„Alle Spieler spielen gerne auf dem Pietrangeli, man fühlt da einfach, wie nah die Fans bei uns sind“, erklärte Juan Martin Del Potro – auch wenn er heute gegen David Goffin im zweiten Satz beim Stand von 2:6 5:4 mit einer Leistenverletzung aufgeben musste.

Häufig bilden sich Schlangen, oft schauen die Zuschauer aus den obersten Reihen des Campo Centrale auf den Pietrangeli herab und verfolgen das Geschehen auf altem und neuen Centre Court gleichzeitig.

„Die Tradition, das Ambiente, die Geschichte, die Leute – ich liebe diesen Platz, das ist absolut mein Favorit hier“, sagte auch die Weltranglisten-2. Caroline Wozniacki.

Zverev gegen Edmund

„Der Platz ist einer der schönsten Plätze, die wir auf der Welt haben. Es ist natürlich nicht der größte Platz, aber die Statuen, die Atmosphäre dort ist immer Wahnsinn und ich freue mich riesig, dort zu spielen“, bestätigte Alexander Zverev, der am heutigen Donnerstag Kyle Edmund im Achtelfinale auf dem eingesunkenen Sandplatz gegenübersteht.

Wir beenden unseren Lobgesang auf den Pietrangeli mit Angelique Kerber, die das Schmuckstück folgendermaßen beschreibt: „Der ist Wahnsinn. Alle Spieler finden den Platz gut – wenn der voll ist, ist die Atmosphäre einfach geil.“

Können wir nur so unterschreiben.

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