4 Tipps, die den Übergang auf die rote Asche spielerisch erleichtern

Urplötzlich ist die Sicht nach oben beim Aufschlag wieder unbegrenzt. Doch wie soll man den Ballwurf sofort richtig einschätzen können? Im Ballwechsel kommt der Ball nicht mehr bequem auf dich zu. Du musst ganz andere Schritte als noch in der Halle nutzen. Du kommst wesentlich besser an die Bälle, wenn du rechts-links laufen musst. Doch vermisst du die Power, die deine geraden Schläge noch vor wenigen Wochen in der Halle ausgezeichnet haben.

Deine ersten Auftritte der neuen Sandplatzsaison können dich ins Schwitzen bringen – nicht nur durch die körperliche Beanspruchung auf dem Platz. Schlechtes Timing beim Schlag. Zu viele deiner Schläge, die im T-Feld landen und einfach keine Länge bekommen wollen.

Lass uns gemeinsam schauen, welche Kniffe dir bei deinen ersten Matches unter freiem Himmel sofort weiterhelfen werden.

 

1. Achte auf deine Füße

In der Halle kamen die Bälle schneller auf dich zu. Nun, auf der roten Asche, wirst du ein wenig aus der Reserve gelockt. Jetzt bist du dran, dem Ball entgegenzugehen. Das gesamte Spiel wirkt und wird langsamer. Du musst zunächst das richtige Timing finden, wenn du dich zum Schlag bewegst. Was ist hier dein Motor, mit welchem du dich in Bewegung setzt? Ganz genau: deine Füße. Sie sind der Schlüssel für die erste Tür, welche es zu öffnen gilt, wenn du gut zum Ball stehen willst.

Während in der Halle der Ein oder andere fehlende Schritt noch verziehen wurde, wirst du unter dem wunderbaren, wolkenlosen blauen Himmel dafür bestraft. Konzentriere dich darauf, möglichst kleine und viele Schritte zu machen. Nutze Side-Steps und Kreuzschritte, um stets in einer guten Balance zu sein. Hier sind die Schritte nach vorn, ins Feld hinein, wichtig.

Bemühe dich, dem Ball entgegenzugehen. Du bist ein netter Gastgeber, der auf seine Gäste zugeht und sie höflich begrüßt. So wie du als vorbildlicher Gastgeber agierst, solltest du dich bei deinen ersten Auftritten unter der Sonne verhalten. Gehe auf die Bälle zu. Warte nicht, bis sie bei dir angekommen sind.

 

2. Mehr Spin

Du spielst mit der dir höchstmöglichen Geschwindigkeit. Doch kommt dabei nichts raus. Keine Power, die deine Schläge gefährlich macht. Das Tempo, welches in der Halle noch problemlos für einen Winner gereicht hat, verpufft vollends. Du musst deine Geschwindigkeit der Schläge neu justieren. Du musst erst wieder ein Gefühl dafür bekommen, welche Schläge wann effektiv sind. Das Spiel auf Sand ist vollkommen anders.

 

Hier hilft es dir, wenn du von Beginn an Wert auf mehr Topspin legst. Dieser ist nicht nur förderlich, um direkt einen wesentlich besseren Rhythmus für dein gesamtes Spiel zu bekommen. Dein Topspin entfaltet seine Gefahr erst nach dem Absprung in der Hälfte deines Gegners. Somit ist dieser Ball effizienter als noch in der Halle.

 

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Posted by Tennis-Point.de on Wednesday, 6 April 2016

 

3. Die richtigen Ziele

Setze dir feste Ziele für deine ersten Einsätze auf Sand. Halte diese Ziele simpel. Und baue auf den Ergebnissen dieser Ziele auf. Wichtig ist es für dich, dass du eine gute Länge in deine Schläge bekommst. Bereits bei den ersten Bällen, die du draußen spielst, solltest du als Zielbereich den Raum zwischen T-Feld und Grundlinie anvisieren. Eine falsche Intention wäre es, möglichst hart und schnell spielen zu wollen. Ein cleveres Ziel hingegen ist es, Rhythmus in deinen gesamten Bewegungsapparat zu bekommen, indem du halbhoch und mit Topspin deine Zielräume anspielst.

 

Achte darauf, dass du schnell das ideale Timing findest, um die Bälle vor deinem Körper zu treffen. Du wirst sehr schnell feststellen, dass dies ein anderes Timing als noch zuvor in der Halle erfordert. Du musst erst wieder in den richtigen „Groove“ kommen.

 

4. Tipps für deinen Aufschlag

Du stehst an der Grundlinie, tippst den Ball auf, wirfst ihn hoch und fragst dich anschließend: „Wann ist er denn nun auf der richtigen Höhe, um endlich aufzuschlagen?“. Unser Gehirn hat für den Aufschlag noch das Stichwort „Dach“ abgespeichert. Dieses gilt es jetzt, unter freiem Himmel, durch das Stichwort „Freiheit“ zu ersetzen.

Um schnell wieder den gewöhnten Rhythmus unter den neuen Umständen zu finden, musst du dich langsam herantasten. Du musst zunächst wieder ein Gefühl für die neue, wesentlich schönere Aussicht beim Aufschlag gewinnen. Damit dir dies schnell gelingt, kannst du deine Aufschlagbewegung stark verkürzen, so dass du dich voll und ganz den Ballwurf und der darauf folgenden Zuschlagbewegung konzentrieren kannst. Starte deine Aufschlagbewegung mit dem Schläger im Rücken. Wirf den Ball mehrmals hoch, ohne ihn zu schlagen. Gewinne ein Gefühl für die neue Situation. Taste dich mehr und mehr an deine komplette Aufschlagbewegung heran. Du wirst merken, dass dein Unterbewusstsein das Stichwort „Dach“ sehr schnell mit dem Stichwort „Freiheit“ überschreiben wird.

 

Auf eine verletzungsfreie und erfolgreiche Saison!

 

Eine Analyse von Marco Kühn (tennis-insider.de)

 

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